Montag, 20. März 2017
März 2017 [Der erste Drittelmarathon]
Lange habe ich mich auf diesen Tag vorbereitet.
Inzwischen laufe ich 2-3 mal die Woche mit einem Wochen-schnitt von 25km.
Aber dieser Lauf ist schon was besonderes, denn das Höhenprofil ist schon knackig.
Insgesamt sind über 200 Höhenmeter zu bewältigen und das über eine Strecke von 14km.



Ein paar meiner Freunde haben mich begleitet und so stand ich nun am Start.
Zwei Wochen zuvor bin ich die Strecke mal probe gelaufen, einfach um mal zu schauen wo man Kräfte sparen muss und wo man vollpower laufen kann. 1:40h war meine Zeit, dabei habe ich mich auch noch kurz verlaufen. Ambitioniert wie ich bin lege ich mir ein Ziel von 1:30.

Der Start verlief gut, es ging flach raus auf die Felder - alles noch ziemlich locker, dabei war ich da schon schneller unterwegs als normalerweise im Training. Nach KM4 ging es so langsam berghoch, nicht steil, aber stetig - man fängt an mich zu überholen, bin aber trotzdem noch ganz gut dabei. Endlich oben angekommen geht es nun über eine Strecke von 2km bergab und was soll ich sagen, das Gewicht von 10kg über normal hilft mir wieder an meiner Gruppe vorbeizuziehen. Schon lustig wie die schauen, wenn die noch etwas zu dicke an ihnen vorbeizieht.

Es folgt bis KM9 ein recht flaches Stück und kurz bevor es ans eingemachte geht, gibt's eine kleine Verpflegungsstelle. Da ich es verflucht nochmal nicht hinbekomme im laufen zu trinken, halte ich für ein paar Sekunden an und trinke den Becher hastig leer.

Kaum wieder auf der Strecke biegen wir in den Wald ab und es geht auf einmal richtig knackig nach oben. Es wird so steil, das kaum noch einer um mich herum läuft. Das ganze zieht sich über 2km, auch wenn's später nicht mehr so steil ist - es geht mächtig auf die Pumpe.

Inzwischen bei KM11 angekommen und ab hier geht's fast nur noch bergab. Haha, paradedisziplin, ich kann wieder einige überholen und ich befinde mich mitten im Runners-High. Bei KM12 realisiere ich, dass 1:30 tatsächlich realistisch ist, aber nur wenn ich jetzt gas gebe. Gesagt, getan - ich ziehe an und ein Kerl neben mir will sich das nicht bieten lassen das ich ihn überhole und zieht wieder mit mir gleich.
Das war tatsächlich mein Glück, denn durch ihn konnte ich die Geschwindigkeit halten.

Bei KM13 geht's nochmal kurz berghoch und ich befürchte das ich mein Ziel nicht mehr halten kann. Gott sei dank ging es dann nur noch bergab ins Ziel und ich gebe nochmal Gas. Kurz vor dem Ziel stehen mehrere Kinder, die mir die Hand zum abklatschen endgegen recken, ich klatsche ab und freu mich. Dann steht da noch ein Kerl im Neandertal Kostüm, auch ihn klatsche ich ab und da ist auch schon das Ziel in Sicht.
Ich hole den rest aus mir raus und gebe nochmal richtig Gas und schaffe es tatsächlich das Ziel bei 1:30:06 brutto zu überqueren. Leider gibt's keine Nettolaufzeiten, aber die 1:30 habe ich sicher noch geknackt.

Mega-Happy!!!




Donnerstag, 9. März 2017
März 2017 [Nach 2 Jahren, Adios LipoClinic - Das Abschlussgespräch]
So, gestern hatte ich nun mein Abschlussgespräch bei Dr. Heck, inkl Beratung zur Straffung bei Dr. Witte.

Wir kamen im strömenden Regen an der LipoClinic um 15 Uhr an und der Wartebereich war proppevoll mit Leuten. Ein paar warteten auf ihr Beratungsgespräch, andere warteten auf ihre Lieben, die gerade im OP waren. 20min nach 15 Uhr kam dann Dr. Witte und bat mich schon mal mitzukommen. Dr. Heck sei noch im OP und es kann
noch ein paar Min dauern. Dr. Witte ist wirklich total sympatisch und passt perfekt ins Team.

Er meinte, er wusste nur das jemand kommt, der sich für Straffung interessiert und hat in meine Akte geschaut. Da haben ja 120kg drin gestanden und er meinte das wird ja eh nichts. Nun war er total verblüfft als er mich sah und fragte mich, wieviel ich denn aktuell wiegen würde. Ich 88kg und es waren sogar ursprünglich 130kg. Seine Augen wurden immer größer.

Ok, nun sollte ich mich ausziehen damit er meine Beine begutachten kann. Von meinen Waden war er total geflashed. Lustig. Auch von den OS war er begeistert und erklärte mir was bei einer Straffung möglich wäre. Eine reine OS Straffung könnten sie
in der LipoClinic machen, aber es wäre wie bei den Lipos auch eine ambulante OP, sprich nur mit einer Übernachtung. Arme würde er auch straffen, aber die sind mir aktuell nicht so wichtig. Viel wichtiger wäre mir die Haut am Bauch, aber die
müsste man in jedem Fall stationär machen. Ich glaube aber bei den ganzen Überschüssen wird's eher auf einen Bodylift hinauslaufen.
Daher frage ich jetzt bei Dr. Stoff (den ich so oder so auch gefragt hätte) um einen Beratungstermin.

Dann sind wir noch rüber gegangen zum Fotos machen.

Kaum wieder im Büro von Dr. Heck, gerade wieder frisch angezogen, kam eben dieser frisch aus dem OP und grinst mich freudestrahlend an. Ja also wieder schnell ausziehen, Beine begutachten lassen, Fragen beantworten und natürlich meine Waden bewundern.
(Man könnte meinen, die Welt hat einen Waden-Fetisch) Er schaute sich nochmal meine Akte an und hört gar nicht auf zu sagen, wie stolz er doch sei, das ich soo viel abgenommen habe und was für eine tolle Entwicklung ich genommen habe.
Er meinte, die meisten schimpfen über ihn, wenn er den Leuten sagt, sie sollen versuchen noch etwas abzunehmen. Und die allerwenigsten schaffen es auch zumindest ein paar KG vor der OP abzunehmen.

Ich erzählte ihm dann von meinem 5 Monats Plateau und das es nun echt mühselig ist die letzten Pfunde abzunehmen. Da sagte er wortwörtlich, Sie brauchen auch nicht mehr so viel, es wäre ja auch nicht toll, von jeder Windböe weggeweht zu werden ohne Ziegelsteine in den Schuhen zu tragen. Das war also tatsächlich das erste mal im Leben, dass mir ein Arzt gesagt hat, ich soll nicht weiter abnehmen.
Verrückte Welt. Dabei bin ich immer noch 10kg über Normalgewicht. Aber ich denke auch, dass die überschüssige Haut noch einiges wiegt.

Dr. Heck fragte noch ob ich von der FS los bin, ich bejahte und er war zufrieden mit der Begründung. Er meinte das viele Probleme haben davon loszukommen und meinte das das bei vielen auch Kopfsache ist, da man sich einfach dran gewöhnt und glaubt das es noch nötig ist.

Zum Abschluss des Gesprächs habe ich nochmal meine alte Hose aus dem Rucksack gezogen die ich extra noch mitgebracht habe. Dem Heck und Witte sind gleichzeitig die Augen ausgefallen und Dr. Heck meinte: scheiße, da müssen wir unbedingt noch ein Bild
von machen. Also wieder rüber, vor die weiße Phototapete und Bilder von mir und meiner alten Hose geschossen.

Dr. Heck wünschte uns dann noch alles Gute und meinte zu mir, viel Glück im Leben und ich soll mich bitte nun mit anderen tollen Dingen im Leben beschäftigen und nicht mehr mit dem Lipödem

Nach 2 Jahren nun also Adios LipoClinic :)




Februar 2017 [4 Monate nach der letzten OP - Das Fazit]
4 Monate nach der letzten OP kann ich mal ein kleines Fazit ziehen und fange einfach mal mit ein paar Fakten an was sich seit Januar 16 bis jetzt getan hat

Das ganze bei einer Größe von 1,75m

(Jan 16/Feb 17/Dif)
Gewicht 130kg / 89kg / -41kg
OS 90cm / 69cm / -21cm
Waden 50cm / 39cm / -11cm
Arme 44cm / 34cm / -10cm

Was hat sich sonst so getan? Ich bin aus meiner Lethargie erwacht. Ich war bis zum Januar letzten Jahr schon arg deprimiert und habe mich immer weiter zurückgezogen. Obwohl ich immer gerne Sport gemacht habe, ist das auch bis zum Januar komplett eingeschlafen. Als ich wie gesagt die schreckliche Zahl auf der Waage gesehen habe, wurde mir auf einmal klar, das es mit den OPs alleine nicht getan ist und das ich selbst was tun muss.

Gesagt, getan - ich habe wieder mit Joggen angefangen. Was zu Anfang eher walken als joggen entsprach. Sehr langsam unterwegs. Aber zusammen mit meiner Ernährungsumstellung purzelten schon bald die ersten Kilos und so waren 15kg bis zur ersten OP weg. Mit jedem Kilo und mit jeder OP machte der Sport immer mehr spaß.

Was heute auf einmal geht - was früher undenkbar war
- Ich habe mir ein Kleid gekauft und es auf der Weihnachtsfeier vorgeführt - mein erstes im Leben :)
- Ich habe mir Stiefel gekauft und trage sie "Über" der Jeans
- Ich mache aktuell 4 mal die Woche Sport und werde bald meinen ersten Halbmarathon im Wettkampf laufen
- Ich kann alleine ins Schwimmbad und in die Sauna gehen ohne mich fürchterlich für meinen Körper zu schämen.
- Ich bin offener und fröhlicher geworden
- Ich hatte einen 5 monatigen Gewichtsstillstand, trotz viel Sport und es hat mich nicht demotiviert. (aktuell überwunden, Pfunde purzeln wieder)
- Ich kann im Flugzeug sitzen, ohne das ich Schmerzen habe

Fazit: Ich bin rund um glücklich, mein Leben hat sich total verändert. Freunde und Verwandte freuen sich tierisch mit mir.

Aber: man vergisst sehr sehr schnell wie schlimm es mal war. Man vergisst die Schmerzen, die Einschränkungen die man hatte. Dann gibt es solche Momente, da wird man auf einmal unglücklich über die überschüssige Haut. Wenn das passiert schaue ich mir vorher Bilder aus dem Beratungsgespräch an. Das holt mich sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Wenn ich über kleine Dinge unglücklich bin, dann ist das wirklich Jammern auf sehr sehr hohem Niveau.
Ich versuche mir das immer wieder ins Bewusstsein zu holen :)





Ich denke aktuell über eine Straffung nach. Ob ich es machen lasse, oder nicht - entscheide ich erst später im Jahr. Klar, vom optischen her wär's schon toll. Auch die Haut am Bauch und an OS stören schon etwas beim Sport, denn man kann Sport im Grunde nur in Kompression machen, sonst schlackerts einem sonst wo hin. Aber ob das eine OP wert ist?



November / Dezember 2016 [Miri muss wieder zur Arbeit]
13 Tage post OP.

Ey, wer hätte gedacht das die Arme so berührungsempfindlich sein können. Aber zumindest habe ich im Mieder so gut wie keine Schmerzen, nur wenn ich "Alle Vögel fliegen hoch" spiele, (so zieht mein Kerl mich immer auf, wenn ich versuche meine Arme nach oben durchzustrecken) Das ist an den Ellenbogen echt schmerzhaft, aber ich versuche das regelmäßig zu machen um bald wieder volle Beweglichkeit zu haben.

Ansonsten läuft alles wie gewohnt. Kann eigntlich alles machen ohne großen Einschränkungen. Heute früh war ich auch das erste mal auf einer kurzen Runde joggen. Man merkt, dass mir aktuell noch etwas die Kondition fehlt, aber wen wundert das wenn der Körper mit heilen beschäftigt ist. Deswegen hab ich es auch nicht übertrieben und bin es langsam angegangen. Es tat trotzdem sehr gut.

Morgen früh geht es erst noch zur MLD und dann wieder Arbeiten. Bin gespannt was mich an Stress erwartet :)

Mein erster Arbeitstag war schon prima. Ich war vorher noch zur MLD, die dieses Mal wirklich Wunder bewirkt hat. Danach fühlte sich alles federleicht an und ich konnte es gar nicht abwarten endlich aufs Klo zu dürfen :D

Im Büro angekommen waren alle schwer begeistert, so viele Komplimente... ach das war soo toll. Ich trag aktuell über dem Mieder (schwarzer Trikotstoff) ein T-Shirt. Wenn du nicht weißt das es ein OP Mieder ist, geht das als langer dünner Pullover unterm T-Shirt durch. D.h. ich verstecke das ganze nicht. Mag es generell eh immer so luftig
wie möglich, renne normalerweise auch im Winter immer im T-Shirt rum.

Einzig meiner neuer Chef fiel da etwas raus... der kam nur so nach dem Motto, hast ja glück gehabt mit dem Ding, sieht ja nicht ganz so nach Oma aus. Ja, er ist einfach nur sehr feinfühlig...

20 Tage post OP.

Die erste Arbeitswoche liegt hinter mir, sie war schon recht stressig, wie das halt immer ist wenn man 2 Wochen nicht da war. Ich kann die Arme total normal bewegen ohne Einschränkungen, einzig das komplett durchstrecken über Kopf ist noch etwas
schmerzhaft. Aber es wird besser.

Nun, nachdem ich mir untenrum schon neue Klamotten gekauft habe, stelle ich nun auch fest, dass es mir obenrum auch zu groß wird. Also auch hier eine Nummer kleiner und siehe da. Ich habe das erste mal seit 20 Jahren oben und unten die selbe Größe.
Also schon wieder im Shopping Rausch, haha! Ich habe mir eine tolle neue Jacke gekauft, die wie angegossen sitzt. Hätte nie im Traum gedacht, dass mir sowas mal steht :)

Ein Traum. Ansonsten sind die Oberarme schon ganz gut abgeschwollen, nur die Unterarme sind noch verdammt hart. Rund um die Ellenbogen ist es auch noch sehr berührungsempfindlich, aber wie ich ja aus Erfahrung weiß, geht das ja sicher auch bald weg. :)

Sport geht super, ich bin inzwischen 2 mal die Woche joggen. Das geht im Arm-Mieder eigentlich relativ gut. Nur dass man sich mehr anstrengen muss, die arme hochzuhalten. Nächste Woche laufe ich in Neuss beim 5km lauf mit. Freu mich schon drauf. Für mich der Start in die neue Laufsaison und der Start ins neue Leben

4 Wochen post OP

Ich habe wieder volle Beweglichkeit erreicht, hurra - nie wieder "alle Vöglein fliegen hoch" spielen - haha. Allerdings bin ich immer noch mega berührungsempfindlich, vor allem rund um die Ellenbogen. Das ist megaätzend und ja ich weiß - Geduld, Geduld.

Sportmäßig bin ich gut drauf - akuell gehe ich 3 mal die Woche joggen und 1-2 mal zum schwimmen. Macht mir gerade irre viel
Spaß. Am Samstag habe ich auch den ersten Volkslauf seit einem Jahr teilgenommen und es war herrlich, dass ich diesmal im
Mittelfeld ins Ziel angekommen bin, statt letzte zu werden wie es die letzten Jahre immer war :)

Auch meine Bestzeit auf 5km habe ich pulverisiert, tolles Gefühl - jetzt trainiere ich wieder auf die 10km Volkslaufdistanz. Und wenn alles so läuft wie ich es mir vorstelle, laufe ich im Oktober nächsten Jahres meinen ersten Halbmarathon mit *freu*

Ach ja, ich habe auch gerade eine Woche Urlaub - kaum zu glauben, aber es ist der erste Urlaub in diesem Jahr. Durch den OP Marathon war's einfach vorher nicht möglich sich frei zu nehmen.

Endlich mal ausschlafen, sofern unsere Stubentiger es zulassen - die sterben morgens ja gerne mal einen spontanen Hungertod :D

Himmel, die Zeit verfliegt - jetzt sinds schon 7,5 Wochen post OP und ich fang jetzt an mir das Mieder abzugewöhnen. Geht soweit ganz gut, rund um die Ellenbogen etwas empfindlich, aber sonst alles tutti. Insgesamt sind es nun 9cm weniger Umfang.
Leider hängt die Haut auch am Oberarm etwas . aber mal ehrlich, es stört mich nicht - denn es gibt nichts schöneres als endlich schlanke Arme zu haben die zudem auch noch schmerzfrei sind :D Was mich besonders erstaunt ist, dass ich selbst am Unterarm 5cm verloren haben. ich hab echt gedacht, dass da nicht viel Fett sitzt.
Auch mein Physio sagte mir das damals, aber da scheint ja doch ne Menge drin gewesen zu sein :)

Ach ja, morgen ist Weihnachtsfeier und ich habe mir tatsächlich ein Kleid gekauft. Das erste in meinem Leben. Ich habe es gerade eben nach dem duschen Probegetragen und was soll ich sagen, ich fühle mich drin wohl. Das allererste mal das ich mich in Klamotten richtig wohl fühle, un-fucking-fassbar :D



Ansonsten stagnieren meine weiteren Abnehmversuche seit 8 Wochen, es tut sich null auf der Waage. Aber ich weiß das das normal ist, kenne ich von damals auch. Ich bleib einfach weiter dran - 10 kg wollte ich schon noch abnehmen, aber auch
wenn das nicht klappt - ich fühl mich wohl. Und das ist die hauptsache



November 2016 [Das erste mal zum Schwimmen...]
Heute bin ich 10 Tage post OP

Wir haben am Montag tatsächlich noch einen Faden vergessen. Das fiel mir am Dienstag nach dem Duschen auf. Da war noch ein Faden am Ellenbogen. Mein Männe war aber auf Geschäftsreise also habe ich ihn mir kurzfristig einfach noch selbst gezogen.

Mittwoch war ich dann zum ersten mal nach der OP zusammen mit einem Freund zum schwimmen. Ah... das war eine Wohltat. Nach dem Schwimmen unter der Dusche starrte mich eine Frau gegenüber die ganze Zeit an. Ich bin zwar nicht übermäßig blau, eher durchgehend etwas dunkler bzw gelber. Nur in den Achseln bin ich richtig blau.
Gepaart mit den vielen kleinen Narben war sie wohl ziemlich geschockt. Sie hat es aber nicht geschafft mich darauf anzusprechen. Haha, irgendwie auch wieder lustig.

Heute früh dann wieder zur Lymphdrainage gewesen. Mein Physio ist schwer begeistert vom Heilungsprozess. Er meinte es ist zwar alles noch steinhart, aber die Schwellungen halt sich in Grenzen und auch die Lymphe fließen gut ab. Alles in allem also gut.
Heute Abend gehe ich nochmal ins Schwimmbad und am Wochenende werd ich versuchen solangsam mit dem Sport wieder anzufangen



November 2016 [Der Termin, der keiner war]
Hat noch irgendwer Zweifel, dass das Team der LipoClinic großartig ist? Folgendes ist passiert.

Als ich letzten Montag operiert wurde, habe ich für den 31.10. einen Termin in Mülheim zum Fädenziehen bekommen. Nur durch Zufall habe ich gestern (Sonntag) einen anderen Beitrag einer Mitarbeiterein in der Patienten Facebook Gruppe gesehen, dass
die Clinic ein verlängertes Wochenende hat. Ich antwortete darauf, dass ich doch morgen einen Termin habe. Innerhalb kürzester Zeit bekam ich die Antwort dass wirklich niemand da ist und der Termin wohl ein Versehen war und dass ich im Zweifel in der Praxis vom Anästhesisten im gleichen Haus vorbeigehen kann.

Gut, Fehler passieren und es geht ja auch nur um die Fäden. Ich hatte allerdings noch einen Haufen Fragen die ich beim Termin klären wollte. Also habe ich gestern Abend auch noch eine email an die LipoClinic geschrieben.

Keine Stunde später (Sonntag 21 Uhr) bekomme ich einen persönlichen Anruf von der Clinic. Sie haben sich tausend mal entschuldigt, dass es mit dem Termin nicht klappt und das es ein Versehen war. Sie gaben mir noch den Tipp zum Hausarzt zu gehen, der dummerweise aber genauso seine Praxis zu hat oder eben am Mittwoch nach Mülheim zu kommen. Ich sagte, alles halb so wild, ich werde schon was finden.

Eine halbe Stunde nach dem Telefonat kommt auch nochmal eine SMS hinterher wo sie sich nochmals entschuldigt haben.

Da denk ich mir, hui - ist ja nichts schlimmes passiert. Ich habe es ja noch mitbekommen. Also hatte ich keinen vergebenen Fahrtweg.

Letztendlich hat mir mein Männe heute früh die Fäden selbst gezogen. Hat keine 5 Minuten gedauert :)

Ach ja - und das Highlight des Tages, meine Suppstelle ist endlich dich :D
Jetzt hoffen das es so bleibt, damit ich Mittwoch zum schwimmen gehen kann..



Oktober / November 2016 [Die Tage nach dem Finale]
Bin gestern zeitig zu Bett und ich konnte nur solala schlafen. Irgendwann um 5 Uhr morgens sind meine Hände regelrecht explodiert, ich habe es nicht mehr ausgehalten und habe die Verbände aufgeschnitten. Zum Glück war es schon Tag 2, also "durfte" ich es schon offiziell. Ich hätte es keine Stunde länger mehr ausgehalten. Danach beruhigte es sich und die Schmerzen in den Händen gingen raus.
Ich denke der Verband hat irgendwas abgequetscht. Ich habe mich also nochmal hingelegt und konnte tatsächlich nochmal ein paar Stunden schlafen.

Ohne die Verbände und nur im Mieder bin ich auch wieder fast völlig bewegungsfrei. Kämmen ist unangenehm, geht aber relativ gut. Ansonsten habe ich auch kaum Schmerzen.

Heute Nachmittag war es dann soweit, ich stelle mich mit Mieder unter die Dusche. Man was hab ich wie n Iltis gestunken. Himmel noch eins. Duschen klappte super und war eine Wohltat, ich sehe wie die rote Brühe an mir runterläuft. Nach dem Duschen hab ich das Mieder dann doch noch ausgezogen, denn ich war mega neugierig wie meine Arme aussehen. Handgelenke sind tiefblau, Unterarme leicht geschwollen.
Aber diese Oberarme.. ein Traum. Man kann Bizeps und Trizeps bei der Arbeit bewundern. Es scheint auch noch nicht geschwollen zu sein.



Dann föne ich mein Mieder trocken und quetsch mich wieder rein. Klappte alles recht gut - ja es war unangenehm, aber ich habe es ohne Hilfe geschafft
*stolzbin*

Das einzige was richtig nervt ist, dass ich tierisch auslaufe. So schlimm war es nach noch keiner OP. Normalerweise gibt's so ab Tag 2 nur noch Tröpfchen, aber das hat schon was sturzbachartiges. In der kurzen Zeit ohne Mieder hab ich das Bad eingesaut :o
Hoffentlich ist das bis morgen etwas besser, dann gehts das erste mal zur MLD :)



4 Tage post OP und über Nacht kamen die Schwellungen. Uhhh.... unangenehm. Hab dann heute Nacht tatsächlich nochmal Schmerztabletten eingeworfen.

Ich habe auch 3kg mehr auf der Waage als am OP Tag. Jedes mal das gleiche, mein Körper lager immer direkt nach der OP massiv Wasser ein :/ Aber ich kenn das ja, in 1-2 Wochen kommt wieder der Tag wo ich alle 30min auf Klo renne.

Gestern war ich auch das erste mal bei der MLD. Mein Physio hat mich seit 2,5 Monaten nicht mehr gesehen und war schwer begeistert wie ich nun aussehe. Ach, das ging wieder runter wie Öl. An einer Hand laufe ich immer noch aus. Aber es ist keine rötliche Flüssigkeit, sondern sie ist hell. Mein Physio meinte das ist Lymphflüssigkeit. Der Schnitt scheint auch nur sehr oberflächig offen zu ein, aber es sifft in einer Tour. Selbst heute noch. Ich hoffe das das bald mal zugeht, hab aber wenig Hoffnung, denn der Druck aus dem Gewebe scheint hoch zu sein. Na mal schauen.

Gestern rief auch die LipoClinic an um sich nach meinem Wohlbefinden zu erkundigen. Alles tutti, na dann bist zum Montag zum Fäden ziehen.



Oktober 2016 [Finale - schnipp, schnapp - Arme ab]
Montag früh, der Wecker klingelt um 6 Uhr. Natürlich habe ich so gut wie nicht geschlafen. Freuangst überwiegt einfach. Um kurz nach 6:30 brechen mein Kerl und ich mit dem Auto Richtung Mülheim auf. Kurz vor 7 Uhr kommen wir bei der LipoClinic an und das erste mal stehen wir vor verschlossenen Türen.
Wir warten also erstmal 10 min vor der Tür bis auf einmal das Licht im Flur angeht.
Dr. Heck persönlich schließt uns die Tür auf und empfängt uns wie immer gut gelaunt.

Wir folgen ihm in den 2ten Stock wo wir erstmal im Wartebereich Platz nehmen.
Keine 10 Minuten später kommt auch Schwester Lisa in der Klinik an. Rund um Mülheim war wohl totales Verkehrschaos. Nach kurzer Zeit kommt uns Lisa abholen und ich darf diesmal Zimmer 2 beziehen.

Kaum habe ich mich umgezogen stand auch schon wieder Dr. Heck in der Tür. Anästhesiefragebogen schnell ausgefüllt, Blutwerte besprochen, ein paar Unterschriften hier und da. Er fragte mich nach meinem aktuellen Gewicht und ich grinse ihn ein weiteres mal an, denn ich habe weitere 8 KG seit der OP im August abgenommen.
Er gratuliert mir zu der tollen Leistung und schon ging es mit dem Bodypainting weiter.

Dr. Heck hat noch nicht fertig angezeichnet, da kommt schon Dr. Candas ins Zimmer und verpasst mir praktisch im vorbeigehen den Stauschlauch an der Wade. Na, wollen wir mal schauen was ihre Venen so machen. Hm ja, natürlich spielen sie heute verstecken. Mein Kopfkino fängt an zu rasen, was passiert wenn wir keine finden :o

Nach den Fotos setze ich mich aufs Bett und Dr. Candas und ich inspizieren gemeinsam meinen Fuß. Natürlich ist keine Vene zu finden, war ja klar - normalerweise habe ich etliche sichtbare direkt auf dem Fußrücken und nun zeigt sich keine. Bis auf die Vene, die genau über den Knöchel führt. Ja gut, dann muss das Ding halt in den Knöchel.
Pieks drin, uff Glück gehabt, doch da rutscht er beim Rausziehen der Nadel fast ab und es gelingt ihm so gerade den Schlauch wieder in die Vene zu bekommen. Noch schnell alles Tapen damit nichts rausrutscht, gut - uff das schlimmste überstanden.

Ich warte nur noch 5 Minuten auf dem Zimmer, da holt mich Schwester Lisa schon zur OP ab, ihr erster Kommentar, uhhh fieser Zugang. Es war mir zu dem Zeitpunkt schon echt egal. Also auf in den OP Bereich. Wie immer muss man die Desinfektionsprozedur über sich ergehen lassen und am Oberkörper eingesprüht zu werden ist ja mal echt fies. Ich bekam noch eine weitere Haube über den Kopf was sich als schwierig erwies, denn meine Anästesistin ich gut 20cm kleiner als ich. Also musste Lisa nochmal ran.
Nun wieder auf dem OP Tisch klettern ohne irgendwas anzufassen, schwupp Arme ausbreiten und schon wurde mir dämmerig.



Diesmal habe ich aber relativ viel von der OP mitbekommen, da an den Armen operiert wird, können sie einen nicht so tief in den Schlaf legen. Also höre ich den Gesprächen zu, schmunzel ab und zu vor mich hin, ernte immer wieder Kommentare dass ich ja nur so tue als ob ich schlafe. Ich habe zwar einiges gespürt, aber nicht wirklich Schmerzen gehabt. Die Zeit vergeht wie im Flug und nach knapp 2 Stunden ist alles vorbei.
Es wird die abgesaugte Menge ermittelt und siehe da, es sind tatsächlich nochmal 2,7l aus meinen Armen gekommen. Hätte da tatsächlich mit weniger gerechnet.
Die Schwestern stecken mich ins Mieder und das war dann tatsächlich das erste mal etwas unangenehm. Dann nochmal drüberbandagieren, ab auf die Beine und ins Zimmer zurückwatscheln.

Wie immer bin ich von Kreislaufproblemen verschont und mir ging es recht gut. Die Schmerzmittel die kurz vor ende der OP noch gespritzt werden fangen langsam an zu warten und ich leg mich überglücklich ins Bett.

Meine Bettnachbarin ist inzwischen auch schon da und kommt keine 20min nach mit in den OP. Während sie operiert wird unterhalte ich mich die ganze Zeit ganz toll mit ihrem Freund. Mein eigener Kerl konnte nämlich erst Nachmittags kommen und so hatte ich zumindest als Überbrückung einen tollen Gesprächspartner.

Als meine Bettnachbarin aus dem OP kommt ist sie kreide bleich. Bei ihr wurde der komplette Oberschenkel operiert. Fast 10l hat
Dr. Heck da rausgeholt. Im nachhinein sagte er, hätte er gewusst, dass es soviel ist, hätte er 2 OP's angesetzt. So hat sie zwar nun
mit ziemlichen Kreislaufproblemen zu kämpfen, aber immerhin hat sie dadurch auch eine OP gespart.

Der Tag vergeht so langsam und trotz der Bandagierung komme ich recht gut klar. Über Kopf war ich sehr eingeschränkt, aber ich konnte normal essen und trinken. Sah nur manchmal etwas roboterhaft aus :D

Die Nacht war aber wie immer eine Qual. Ich konnte nur auf dem Rücken liegen, umdrehen war undenkbar und ich habe doch noch eine Schmerztablette eingenommen. Irgendwann um 5 bin ich dann endlich eingeschlafen aber es hielt nicht lange, denn
kurz nach 6 kam auch schon die Nachtschwester rein und weckte uns alle auf :/

Nun gut - um 7 Uhr kam Dr. Heck nochmal zur Visite vorbei. Gut gelaunt setzt er sich zu mir aufs Bett, na jetzt sind sie durch. Das ist doch großartig, nicht?
Ich grinse wie ein Honigkuchenpferd. jjaaaaa... so lange gewartet und nun ist es endlich vorbei. Er gab noch ein paar Tipps mit den Armen und sagte mir, dass ich so ca im Frühjahr nächsten Jahres zum Abschlussgespräch kommen soll.

Mein Männe kommt keine 10 min später an und holt mich ab. Wir kämpfen uns durch den Berufsverkehr nach Hause. Ich bin immer noch so geflashed von diesen dünnen Ärmchen und hol das Maßband raus. Ja irre, von 41 cm auf 35 cm runter.
Ein Traum...

Apropos - Schlaf muss nachgeholt werden, also hab ich mal den Nachmittag über schön auf dem Sofa gepennt. Tat gut :)




Oktober 2016 [Das Finale zum greifen nah]
8 Wochen post OP und nur noch 3 Wochen bis zum Finale - Yeah bald ist der Marathon geschafft. Erstaunlich wie schnell doch die Zeit vergeht, 4,5 Monate ist die erste OP nun her.

Mir geht es wirklich gut und seit ein paar Tagen trage ich nun keine Kompri mehr.
Wir waren gestern mit ein paar Freunden gut essen und ich hatte schon Befürchtung dass mir die Waden explodieren wenn wir die ganze Zeit sitzen. Aber die Sorgen waren unbegründet. Sie waren nur minimal dicker als am Nachmittag, aber haben weder geschmerzt, noch gespannt

Durch meine neuen Shockabsorber kann ich auch ohne Kompri joggen gehen, denn die Kompression der Hose selbst reicht mir vollkommen aus. Das schöne ist, ich hänge jetzt meinen Kerl beim joggen ab. Der hat vielleicht doof geschaut. Nun schon das vierte mal Folge :D hihi, vor einiger Zeit meinter er mal, dass laufen mit mir ja langweilig wäre - nu muss er sich halt mal mehr anstrengen.. hihihi :D

Mein Gewicht geht nun auch immer weiter nach unten. Mein BMI sagt mir seit heute, du bist nur noch übergewichtig. Anfang des Jahres sagte er mir noch du blöde Kuh hast Adipositas Grad III. Hab eh nie viel auf BMI gegeben, ist eigentlich nur so ein Ding an dem sich meine Krankenkasse immer aufgehangen hat.

Bald geht schon wieder die Vorbereitung auf meinen letzten OP Termin vor. Blutergebnisse besorgen, Rezept für Lymphdrainage, nochmal Großeinkauf in der Apotheke.

Also heute bin ich nun 9,5 Wochen Post OP und stehe 1,5 Wochen vorm Finale.

Die Aufregung steigt so langsam wieder. Anfang der Woche rief mich die LipoClinic zur obligatorischen Vor-OP Besprechung an. Ja alles wie gehabt, kleines Blutbild mit Gerinnung besorgen, Antibiotika und Antithrombosespritzen besorgen.
Da ich noch den alten Preis zahle, beziehe ich das Armmieder diesmal direkt aus der Clinic. Und denken sie an die FlipFlops! Himmel, da wird man doch wieder aus allen Wolken gerissen und bewusst gemacht, ja der verdammte Zugang kommt diesmal in den Fuß... ahhh... Mich hat an den vorherigen OPs wenig geschockt, aber die Vorstellung allein...
*schüttel*

Ich bin sehr gespannt was der Doc zu meinen Beinen sagt. Leider lässt die Haut immer mehr nach, bzw die Schwellungen gehen nun endgültig raus. Es hängt und ich habe eine kleine Beule am Hintern die vor ein paar Wochen noch nicht da war. Ich werd ihn
da mal drauf ansprechen, vielleicht kann man da was korrigieren. Auch ist mein linkes Bein 2-3cm dicker. Das kann sich durch den weiteren Heilprozess durchaus noch angleichen. Vor allem weil das Bein eh immer etwas dicker war, aber auch da würde ich
gerne seine Meinung hören.

Unabhängig von der Haut bin ich aber weiterhin mega-happy wie sich alles entwickelt hat. Insgesamt sind nun fast 40kg runter. Ich schrieb ja vorher schon dass ich regelmäßig joggen gehe und inzwischen meinen Männe abhänge *gnihihihi*
Wir laufen immer 6km um einen See. Die Strecke bin ich Anfang des Jahres in einem sagenhaften Schneckentempo gelaufen. 60min brauchte ich für die Strecke. Jetzt 10 Monate später brauche ich für die gleiche Strecke im lockeren Tempo in nur noch 38 Minuten.

Yay - und ich merke dass da noch potential drin steckt. Eigentlich laufe ich schon seit 14 Jahren mehr oder weniger regelmäßig, aber ich habe mir nun in den Kopf gesetzt bis Ende nächsten Jahres fit für einen Halbmarathon zu sein. Bis dahin sollen noch knapp 14kg runter - dann hab ich Normalgewicht erreicht. Ich hoffe dass ich meine Motivation über den Winter halten kann. Also ran an den Restspeck!

Die Wochen zuvor ist immer alles in ruhigen Bahnen geschwommen. Jetzt kamen mein Freund und meine Mutter innerhalb von 2 Tagen letzte Woche unabhängig voneinander ins Krankenhaus. Eigentlich ist bei uns gerade Stress pur auf der Arbeit und ich wollte vor der OP noch so viel wie möglich wegarbeiten. Aber an Arbeiten war zumindest an einem Tag nicht mehr zu denken, ich war ja sowas von durch den Wind. Besonders als mein Freund im OP lag und ich keine Ahnung hatte was los ist.

Nun, jetzt hat sich das zumindest gebessert, beide sind wieder wohl auf und zurück daheim. Da ruft mich heute mein Personalvermittler an und teilt mir mit dass ich ein Vorstellungsgespräch am 24.10. habe. Hm, ja blöd. da lieg ich wohl gerade unterm Messer - ginge Freitag? Hm, alternativ kann ich den 25.10. anbieten... hm nein?

Alternativ geh ich halt verbunden wie ein Sumoringer zum Gespräch - sollen die halt mal tolerant gegenüber Bandagenmumien sein. Ich brauch ja nur meinen Kopf - im Zweifel halt nur zugedröhnt mit Schmerzmitteln - so schlimm kanns nicht sein :)

Ich muss euch noch von etwas berichten - ich war heute bei Runnerspoint mit einem Freund um neue Laufschuhe zu kaufen. Also was steht an, Laufbandanalyse.

Schuhe aus, Socken aus, Hosen bis zu den Knien hochkrempeln und ab aufs Laufband (Bin ja auch seit 2 Wochen Komprifrei). Kurz gemütlich drauf getrabt und das Ergebnis auf dem Bildschirm bewundern. Ja kruzefix, ich hab Wadenmuskeln - und ich durfte sie bei der arbeit auf dem Bildschirm bewundern. Die Verkäuferin hätte mir zu dem Zeitpunkt alles andrehen können. haha. Ich bekomme n Dauergrinsen und ich glaube sie hielt mich zu dem Zeitpunkt für leicht debil.

Jedenfalls hab ich nun ein paar quitschbunte neue Laufschuhe die morgen direkt mal eingeweiht werden :)



August 2016 [Die Zeit bis zum Finale]
Ich bin nun genau 3 Wochen post OP und habe heute neue Bilder gemacht.
Vor ein paar Tagen sind endlich die Schwellungen zurückgegangen. Insgesamt geht es mir prima, so prima dass ich gestern das erste mal meine neue Shockabsorber Laufhose angezogen habe und joggen gegangen bin.
Es lief fantastisch, alles fühlte sich locker leicht an. So macht laufen echt Spaß. Ich wollte es aber auch nicht gleich übertreiben, daher erstmal nur die kurze Runde. Alles schön und schmerzfrei.

Gestern wurde mir bewusst, was sich seit Januar diesen Jahres getan an. In harten Fakten sieht es folgendermaßen aus

- 35 kg
- 17l abgesaugtes Fett (in 3 OPs)
- 21 cm Hüftumfang
- 17 cm Oberschenkelumfang
- 11 cm Wadenumfang
- 8 cm Taillenumfang
- 4 Hosengrößen (Yeah!)

Unglaubliche Zahlen, ich kann das gar nicht richtig begreifen.

Der einzige Nachteil, die Haut hängt. Im Stehen sieht man das tatsächlich nur bedingt - zum Glück - aber wenn man das Bein anhebt, dann sieht man das Ausmaß. Gut, mir war das vorher bewusst. Dafür dass ich aber nun schmerzfrei bin, isses mir tatsächlich erstmal fast egal.
Nichts desto trotz hat mich mein Physio wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht. Er meinte, dass ich wohl um eine Straffung nicht drumrum kommen werde. Trotzdem werde ich versuchen darum herumzukommen. Hautpflege und Sport stehen erstmal an, mal sehen was ich damit erreichen kann.

4 Wochen post OP und 7 Wochen bis zum Finale

So langsam bekommt man ein Gefühl davon, wie die Beine irgendwann mal endgültig aussehen werden. Fast -20cm Umfang bedeuten aber auch fast das gleich an überschüssiger Haut. Ich fange so langsam an mich mit einer Hautstraffung auseinander zu setzen. Klar, ich habe noch Zeit - bevor nicht mindestens ein Jahr rum ist, werde ich das nicht in Angriff nehmen. Dennoch schadet es nicht, sich schon mal schlau

Aber jetzt mal zum aktuellen Heilungsverlauf. Ich war gestern 3h Stunden abends noch auf den Beinen und war total erstaunt, dass mir nicht mal die Beine und Füße weh taten.
Ein Traum wie leicht alles auf einmal geworden ist, komplett neues Lebensgefühl.
Ich habe gestern die Bilder aus meinem Beratungsgespräch bei Dr. Heck bekommen und sie gegen ein aktuelles gestellt. Irre wie schnell man vergisst, wie schlimm das mal aussah.



Inzwischen kämpfe ich mit meiner Kompri - ich bin sie leid, denn ich trage sie seit Mai praktisch durchgehend. Vor den OP's hat man sich ja mal ne Auszeit gegönnt, mal n Samstag oder Sonntag auslassen, wenn man eh auf dem Sofa liegt.
Noch ein paar Wochen und dann darf ich sie mir endlich abgewöhnen. Was freu ich mich darauf :)

Am Wochenende war ich das erste mal über meine normale Strecke joggen - 6km und ich habe das erste mal meinen Freund abgehängt... haha ;)

Halbzeit zwischen den OP's. 5,5 Wochen Post Popo OP und noch 5,5 Wochen bis zum Finale :)

Die letzte Woche war wirklich ein Härtetest. Ich musste Montag auf Dienstag bei der Hitze beruflich nach Wien fliegen, Mittwoch saß ich 8 Stunden lang in Telefonkonferenzen ohne Chance die Beine hochzulegen und Donnerstag auf Freitag musste ich wiederum beruflich nach London.

Was soll ich sagen, die Beine halten - nur leichte Schwellungen die über Nacht wieder raus gegangen sind. Das absolute Highlight war aber, dass ich das erste mal seit sehr langer Zeit schmerzfrei fliegen konnte. Keine Armlehnen, die sich ins Fleisch bohren, ich kann den Tisch runterklappen ohne dass sie auf den Megaschenkeln aufliegen. Ich kann durch das Flugzeug laufen, schnell ohne anzustoßen und ohne quer laufen zu müssen. Ich bekomme dabei das grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht. Es ist einfach fantastisch. Stundenlang in London unterwegs ohne Schmerzen, langer Abend im Restaurant, keine Schmerzen. Toll, toll toll :)



Es fühlt sich so toll an endlich diesen Balast loszusein

Und ENDLICH hab ich meine neue FS Versorgung, gerade frisch abgeholt. Von Bauerfeind zu Juzo. Tolles Teil und endlich sitzt alles wieder. Und dann auch noch so hübsch.




August 2016 [Popo aua]
Dienstag [1] Nachdem ich ja in der vergangenen Nacht nicht all zu viel geschlafen habe, konnte ich zumindest etwas nachholen. Aber die Schmerzen sind schon nicht von schlechten Eltern. Hinsetzen, aufsetzen, umdrehen - das tut alles schweine weh und braucht ewig. Vom Schmerzlevel ist die OP schon recht weit oben anzusetzen. Zum Glück scheint aber mein Eisenhaushalt dieses mal ok zu sein, ich habe diesmal keine Probleme mit der extremen Müdigkeit.

Mittwoch [2] Sitzen und liegen ist eine echt Qual. Kann mich nicht mal auf die Toilette setzen, das mach ich alles im Stehen breitbeinig über der Schüssel.
Ich bekomme mittlerweile Muskelkater in den Armen, weil man versucht alles mit den Armen zu machen um die Beine zu entlasten. Endlich darf ich die Verbände abschneiden und sehe das erste mal das OP Ergebnis. Zur Dokumentation mach ich ein paar Bilder und bin erstaunt wie gut dass trotz hängender Haut und Schwellungen schon aussieht.
Ich laufe aber leider immer noch aus - kaum stecke ich in der FS, ist die schon voll eingesaut

Donnerstag [3] boah, diese Druckschmerzen. Ich schlucke 2 Ibus, denn es geht heute zur ersten Lymphdrainage.
Ich nehme vorsichtshalber noch ein Handtuch mit, denn ich laufe weiterhin fleißig aus.
MLD tat gut, war aber trotz Schmerzmittel kein Spaziergang. Und wie gut dass ich noch n Handtuch mit dabei hatte, ich hätte denen sonst alles voll eingesaut :D

Jetzt liege ich wieder bäuchlinks auf dem Sofa, coolpacks auf meinem Heck, flankiert von zwei Stubentigern, die mich die Tage keine Sekunde aus den Augen lassen ;)

Heute bin ich genau eine Woche post OP und komme gerade aus der LipoClinic zum Fäden ziehen. Es ist ein unglaublich tolles Gefühl wenn die ollen Dinger endlich draußen sind. Ich bin auch nicht so blau angelaufen bisher wie bei den anderen OP's. Dafür wiege ich wieder 2 kg mehr als vor der OP. Immer das gleiche mit der ollen Schwellphase.

Laufen klappt soweit ganz gut, auch sitzen - sofern gut gepolstert - bereitet keine großen Probleme. Alles ganz gut auszuhalten.

Vor der OP habe ich zuletzt Hosen getragen, die 2 Nummern kleiner sind als vor dem OP Marathon. Ich hatte da noch eine Hose zuhause, die ist 3 Nummern kleiner - ich habe sie nie getragen, passte nie rein. Was soll ich sagen - ich habe mich getraut sie aus dem Schrank zu holen, ich schlüpf rein - Oberschenkel passen, ok - der Arsch wird das
Problem denk ich mir... zieh die Hose weiter hoch und bin total perplex, dass ich sie zubekomme :o
Ey, ich bin noch voll geschwollen von der letzten OP und passe in eine Hose, die ich früher nicht mal ansatzweise an bekam... irre *freu*

War heute auch im neuen Sani-Haus mit einer super lieben Sani-Fee. 2 neue Juzo bestellt. Nu hoffen, dass die KK bald genehmigt und ich zum richtigen ausmessen vorbei kommen kann.

14 Tage post OP.
Irre wie die Zeit verfliegt. Seit 2 Tagen merke ich dass die Schwellungen rausgehen. Langsam aber sicher. Das Gewebe wird insgesamt auch weicher und ich habe kaum noch Verhärtungen. Dieses mal war ich ja auch nicht so blau wie bei den anderen beiden OP's.

Heute ist mein erster Arbeitstag und ich sitze das erste mal wieder im Büro, was wirklich erstaunlich gut geht. Viele meiner Kollegen sind von meinem Aussehen einfach nur begeistern und es ist wirklich schön so herzlich wieder empfangen zu werden :) Die Komplimente gehen einfach nur runter wie Öl. Tolles Gefühl.

Die ersten Tage nach der OP waren wirklich hart und von den Schmerzen her am "schlimmsten". Erstaunlicherweise aber, seit dem ich wieder sitzen kann, geht's steil bergauf. Ich hätte wohl tatsächlich nach einer Woche wieder arbeiten können.
Von daher sehe ich die als die einfachste der OPs an was Heilzeit angeht.

Jetzt noch 9 Wochen bis zum Finale - dann bin ich auch froh wenn das alles erledigt ist.



August 2016 [Einmal Heck'sches Heck bitte]
Montag, die LipoClinic öffnet wieder ihre Tore nach der Sommerpause und Dr. Heck hat ein extrem straffes Programm an seinem ersten Arbeitstag. Normalerweise operiert er 3 Mädels, doch an diesem Montag standen 4 auf dem Kalender und ich hatte leider den letzten Termin. Das leider steht in diesem Fall dafür, dass ich das Warten einfach hasse. Ich mag die 7 Uhr Termine - da steht man direkt nach der Ankunft praktisch schon
im OP und macht sich nicht weiter verrückt. Nun, wie gesagt, ich war der letzte Termin an dem Tag, 3 Mädels vor mir und ich sollte um 12:30 in Mülheim sein.

Mein Freund und ich kommen pünktlich an, nachdem wir uns den Vormittag mit Warten zuhause schon verrückt gemacht haben. Niemand zu sehen, aber hinten ist Geschirrgeklapper zu hören - aha, Mittagspause :) Schwester Lisa kommt in dem Moment schon um die Ecke geschossen und bittet uns noch kurz Platz zu nehmen. Keine 10 Minuten später darf ich schon mein Zimmer beziehen. Meine Bettnachbarin ist bereits im OP, aber leider erst seit knapp 30 min.

Ich ahne, dass ich noch etwas warten darf. Ich schicke meinen Freund nach Hause - er ist mindestens 3 mal so nervös wie ich und macht mich mit seiner Art einfach wahnsinnig. Ich saß dann also allein auf meinem Bett bis dann nach 45 Minuten der Anästhesist vorbei kommt um mir den Zugang zu legen.
Ihn kannte ich noch nicht, bislang betreute mich entweder Dr. Candas oder Frau Dr. Ünay. Das legen des Zugangs war dann auch irgendwie leicht chaotisch.
Nadel saß zwar direkt, aber durch das Desinfizieren war meine Haut noch leicht nass und das Pflaster hielt nicht. Er wurde kreativ und hat mir dann mit ettlichen
Streifen den Zugang endlich fixiert. Ich war nicht sonderlich überzeugt, dass das hält.

Ich muss noch weiter warten, also beschließe ich mich mal endlich umzuziehen. FS aus und ab ins OP Hemdchen. Weitere Minuten um Minuten des Wartens vergingen. Da kamen endlich die Schwestern mit meiner Bettnachbarin ins Zimmer und ich war leicht erschrocken, weil sie so blass war.

Keine 10 Minuten später stand endlich Dr. Heck in der Tür. Begrüßte mich wie immer gut gelaunt und freundlich. Wir besprechen kurz die Blutwerte und fragt mich nach meinem aktuellen Gewicht, ich breche in ein breites Grinsen aus und sagte ihn: 98kg! Er grinst mich direkt an und erwidert, Yeah, zweistellig, großartig!
Es geht dann weiter mit dem anzeichnen meines "Hecks" und Fotos machen. Er stellte da schon fest, dass an den Seiten nur noch "Restmengen" vorhanden sind.
Scheint wohl diesmal nicht so viel zu werden. Er verabschiedete sich dann mit den Worten, in 10 Minuten geht's los und ich hüpf noch mal schnell auf die Toilette.

Kaum zurück steht auch schon die Schwester in der Tür um mich abzuholen, inzwischen ist es 14:30, ich greif noch schnell mein OP Mieder und schon geht's auf in den OP.
Fast komplett neue Crew, war etwas ungewohnt. Ich steh wie immer kurz vorm Tisch und lass die Desinfizierungsprozedur über mich ergehen.
Und wieder geht's darum möglichst akrobatisch auf den OP Tisch zu klettern. Ich durfte nur vorne das Kissen unter der Abdeckung anfassen und gleichzeitig sollte ich das Bein nach hinten auf den Tisch schwingen. Elegant wie ein Elefant lande ich auf dem Bauch. Noch etwas vor und zurück und schon lieg ich perfekt.
Ich bekomm noch mit wie man mir die Blutdruckmanschette anlegt, schau dem Anästhesisten bei der Arbeit zu und schon bin ich im Schlummerland.

Dieses mal war der Dämmerschlaf nicht so tief wie sonst, was wohl daran liegt, dass man in Bauchlage operiert wird. Hab ab und an etwas mitbekommen.
Aber keine großen Schmerzen. Nach knapp 1,5 Std war schon alles vorbei und Dr. Heck teilt mir mit dass er 4 Liter rausgeholt hat. Das klang in dem Moment echt wenig,
aber der Großteil vom Bein wurde ja auch schon in der letzten OP gemacht. Immerhin sind meine kompletten Beine um 17 Liter reines Fett erleichtert und das ist
schon echt ne Menge.

Die Schwestern stecken mich ins OP Mieder und wickeln mich und schon watschel ich wie eh und je über den Flur zu meinem Bett. Schon erstaunlich das ich
bislang in noch keiner OP Kreislaufprobleme hatte.

Inzwischen ist es nach 16 Uhr und ich darf endlich an diesem Tag was essen und wieder was trinken. Kurz vor der OP hab ich schon leichte Hunger Kopfschmerzen bekommen.
Ich unterhalte mich mit meiner Bettnachbarin und schon bald kommt Dr. Heck mit den Beuteln vorbei um die obligatorischen Beutelbilder mit ihm zu schießen.
Er selbst bemerkte bei mir gleich, dass ich noch nicht ausgelaufen bin am Bein und meinte schon, das letzte mal sind sie wahnsinnig ausgelaufen und jetzt ist noch nichts zu sehen. Ja, fand ich auch schon merkwürdig, aber gut.

Danach bekommen wir Besuch vom Zimmer nebenan und haben hatten viel Spaß. Etwas später haben wir den beiden dann einen Gegenbesuch abgehalten.
Das witzige war, dass unser vierer Gruppe alle am "Heck" operiert wurden und so nannten wir uns selbst die Heck'sche Heck Gruppe :D
Die Zeit verfliegt nur so und auf einmal bemerke ich, dass mein rechtes Bein pitschnass war - aha, da ist sie die sturzbachartige Entleerung.
Aber wieder nur auf der rechten Seite, so wie bei der letzten OP. Dafür hat es auch die ganze Nacht weiter gesuppt, dass es schon wieder was vom Kettensägen Massaker hatte :D

Wie immer kann ich in der ersten Nacht nicht schlafen. Umso glücklicher war ich, dass es meiner Bettnachbarin genauso ging. Wir haben uns wirklich die ganze Nacht durch unterhalten und waren am nächsten Morgen prompt das TopThema. Die Nachschwester schekerte schon rum, dass sie uns immer gehört hat und ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, dass ich unsere beiden Nachbarn wach gehalten habe. Aber dem war zum Glück nicht so. Zum Frühstück kamen die beiden von nebenan wieder zu uns ins Zimmer und so haben wir gemeinsam gegessen. Dr. Heck kam zur Morgen Visite und hat in Zimmer 1 vergebens gesucht. Schon trat er in unser Zimmer und sagte, himmel - hier seit ihr alle. Ihr versteht euch wohl echt gut.
Er begrüßt alle einzeln, bleibt bei mir stehen und ruft - HA, sie sind ja doch endlich ausgelaufen! Na wenigstens lass ich das meiste noch in der Clinic. :)

Das tolle am Ende war, dass wir mit Ihm noch ein Gruppenfoto gemacht haben. Die Heck'sche Heckgruppe inklusive Heck :)

Kurz darauf kam auch schon mein Freund vorbei um mich abzuholen. Wie gut, dass ich vorher noch Ibus eingeworfen habe, denn die Drogen nach der OP haben ihre Wirkung mitten in der Nacht verloren. Auf dem Hintern sitzen ist echt aua und besonders Autofahren. Jeder Hubbel, jede Kurve, jedes Bremsmanöver wird zur Qual. Ich war so froh, dass wir nur 30 Minuten Fahrt hatten.

Habe heute Mittag etwas geschlafen und nu lieg ich mit Eis auf dem Arsch auf dem Sofa, mein Freund hat mich schon ausgelacht :) Na warte.... bis ich mich wieder bewegen kann




Juli/Aug 2016 [Die nächste OP rückt näher]
Nu werden die Tage gnadenlos weniger bis zur 3ten OP. Heute bin ich 21 Tage post OP und stehe 13 Tage vor der Nächsten. Die letzten Tage waren irgendwie geprägt von viel Ungeduld. Ich hatte das Gefühl meine Oberschenkel stagnieren. Die Schwellungen
sind immer noch da und immer noch blaue Flecken.

Ich habe mich jedenfalls so sehr auf die Oberschenkel fixiert, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass die Schwellungen aus den Hüften verschwunden sind. Ich merkte das besonders gestern als ich meine Hose anzog und sie nicht oben bleiben wollte. Ich brauchte einen Gürtel und der ging prompt bis zum letzten Loch zu... Irre, was ein geiles Gefühl.

Mein Chef kam gestern auch nochmal auf mich zu um sich nach meinem Wohlbefinden zu erkundigen. Er sagte mir auch, wie toll meine Konturen nu aussehen. Und das obwohl bislang nur vorne und an den Seiten abgesaugt wurde. Irgendwie ist das noch nicht so ganz in der Realität für mich.

Heute früh hab ich mich auf die Waage gestellt und was soll ich sagen. Nu sind es 29 KG weniger als im Januar diesen Jahres. Ich grinse wie ein Honigkuchenpferd vor mich hin :)
Das nächste Highlight dann heute früh bei der Lymphdrainage, mein Physio sagte auf einmal, ich kann deinen Oberschenkelmuskel spüren und man sieht jetzt sogar Konturen. Sieht so aus, als ob sich die Verhärtungen und Schwellungen endlich auflösen.
Und nu sitz ich zuhause im Homeoffice - und bekomm dieses Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht.

Heute bin ich 25 Tage post OP und 9 Tage vor der nächsten. Irre wie die Zeit verfliegt.

Nach meinem super Highlight-Grinse-Tag muss ich sagen, dass es immer weiter bergauf geht. Meine Schwellungen ziehen sich immer weiter zurück und auch mein "Verkehrsunfall" hat schon fast wieder Hautfarbe erreicht. Man erkennts nur daran, dass an den Stellen die Haut leicht dunkler ist. Inzwischen erkennt man schon einen deutlichen Hautüberschuss, aber das ist ja auch klar, wenn man Anfang des Jahres Oberschenkel mit einem Umfang von 90cm hatte. Aktuell sind es "nur" noch 75cm
und die Beinrückseite kommt ja erst noch. Ich mache mir da aber auch erst noch wenig Gedanken drum, erstmal bin ich froh dass das schmerzende Gewebe weg ist :)

Ich habe eigentlich auch nur noch eine kleine Stelle am linken OS an der Seite die immer noch zwickt und zwackt. Aber ich denke das wird auch irgendwann verschwinden. Ist nur etwas nervig

Heute früh auch wieder auf die Waage gestellt und (Highlight incoming!!!) ich wiege nur noch zweistellig. Irre, so leicht war ich seit 15 Jahren nicht mehr :o
Es ist auch wirklich erstaunlich wie leicht sich die Oberschenkel anfühlen. Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause laufe bin ich immer wieder erstaunt wie leicht mir das laufen fällt. Ein Traum wird wahr.
Wenn nu auch die Heck-Seite operiert ist und die Beine endlich mal ausheilen können - ich freue mich schon riesig auf das Ergebnis, auch wenn man wieder durch diese elendige Schmerz- und Schwellphase durch muss.

Heute bin ich genau 4 Wochen post OP und 6 Tage vor der nächsten.

Die Schwellungen sind nochmal etwas zurück gegangen und wenn man das Bein im liegen ausstreckt kann man schon eine sehr schöne Beinform erkennen. Im stehen hängts halt etwas, aber mei. Ich kann damit aktuell ganz gut leben.

Habe ja das letzte mal berichtet, dass ich so eine fiese zwickende Stelle am linken Oberschenkel an der Seite habe.
Gestern bei der Lymphdrainage, ich dachte an nichts böses, zumal die MLD momentan echt sehr schmerzfrei ist, da durchfährt mich auf einmal ein schrecklicher Schmerz, genau an der Zwickstelle. Es fühlte sich einen Moment an, als würde innerlich
irgendwas abreissen. Witzigerweise war es aber nur einmal, die weitere Behandlung war weiterhin schmerzfrei. Hat mich dann doch etwas erschrocken, die Stelle tut nach wie vor beim Laufen etwas weh, sie zwackt halt weiterhin.

Man merkt, dass es in den Endspurt geht, heute war ich beim Arzt zum Blutabnehmen. Danach noch zu meiner Phlebologin für ein neues MLD Rezept. Donnerstag die letzte MLD vor der OP und Freitag hole ich dann die Blutergebnisse und Krankschreibung ab.




Juli 2016 [Das erste mal Arbeiten nach der zweiten OP]
Tag [11] Samstag: Es ist tatsächlich etwas weiter abgeschwollen. Noch ein 1cm weniger :D
Gleich mal meinen Schrank nach Hosen durchsucht, die mir nicht mehr gepasst haben und direkt fündig geworden.. hihi eine Hosengröße kleiner, toll *freufreu*

[12] Sonntag: Eigentlich wollten mein Freund und ich heute einen längeren Spaziergang wagen, aber ich muss zugeben - ich war an dem Tag einfach stinkefaul. Totales Faullenzen auf dem Sofa. Richtig wach wurde ich an dem Tag auch nicht.
Dafür wird mein Verkehrsunfall immer gelber und auch die Verhärtungen sind weniger geworden. Rund ums Knie noch steinhart, aber dafür weiter Richtung Schritt immer weicher.

[13] Montag: Montag? Moooontag???? Oh nein, es ist Montag und ich muss wieder arbeiten. Einerseits fiel mir schon irgendwie die Decke auf den Kopf die letzten Tage und man freut sich endlich wieder was anderes tun zu können. Aber meine Kollegen waren so lieb mir den gesamten Tag mit Meetings vollzutakten. Und das bei 30Grad im Glasbunker ohne Klimaanlage... Uff... 8 Std sitzen.. ich bin fertig und meine OS sinds auch.

Ich spüre wie es statt abzuschwellen wieder anfängt anzuschwellen.
Aber es gab auch Highlights, ich wurde sehr herzlich von meinen Kollegen empfangen und alle waren begeistert davon wie meine OS aussehen.
Ich selbst denk mir nur, hm... so viel hat sich da doch nicht getan, vor allem weil ich ja noch so angeschwollen bin. Aber die Komplimente gingen einfach nur runter wie Öl :)

Zum Feierabend hab ich mich wieder zu Fuß auf den Heimweg gemacht. 5km Spaziergang - trotz der Hitze gehts meinen Schenkeln nun wieder etwas besser.

17 Tage Post OP und stehe genau 17 Tage vor der nächsten OP.
Bin immer noch gut geschwollen und blau, ich hoffe sehr dass sich das noch in den nächsten 2 Wochen bessert.

Die Hitze macht mich aber auch echt irre. Mittwoch als wir hier in Düsseldorf an die 38 Grad hatten habe ich von zuhause aus gearbeitet und bin dabei praktisch gestorben. Es war echt unerträglich, ich schwamm praktisch in meiner Flachstrick. Habe immer wieder
mit Coolpacks gekühlt, was es zumindest etwas erträglicher gemacht hat. Himmel, was habe ich mir damit angetan mich im Sommer operieren zu lassen. Aber was will man machen, bei so langen Wartezeiten nimmt man halt was man bekommen kann.

Donnerstag waren es zum Glück nur noch 30 Grad. Ich bin morgen zur Lymphdrainage gefahren und kam daher erst gegen 11 Uhr im Büro an. Kaum hatte ich mich hingesetzt, ging der Feueralarm los... Boah, Tasche greifen, 7Etagen nach unten gehen und in der Hitze draussen warten. Schnell stellte sich raus, dass es mal wieder die Modemesse im Haus war, die den Alarm verursacht haben.
Mir taten irgendwie die Feuerwehrmänner leid, die in voller Montur, mit Atemschutz bei der Hitze durchs Gebäude rennen müssen. Aber gut, ich steck ja auch im Panzer und muss schwitzen. Nach 15 Min gab es Entwarnung und die Menschentraube setzt sich wieder in Bewegung. Da die Fahrstühle noch blockiert waren hieß es 7 Stockwerke im Panzer nach oben laufen. Pust, schnaub... ich brauch n Sauerstoffzelt. Oben angekommen merke ich wie mir der Schweiß aus allen Poren fließt. Meine FS ist nass und das gegen mittags... örgs

Keine Stunde später geht abermals der Feueralarm los - ich verdreh die Augen.... wollt ihr mich verarschen???
Wieder 7 f.... Etagen nach unten hechten. Diesmal brauchten die Feuerwehrleute länger bis sie ihr ok gaben. Und wieder machte ich mich auf die 7 Stockwerke zu erklimmen. Meine Oberschenkel brannten und links bekamm ich das Gefühl des reißens... extrem unangenehm. Ich habe die Treppen verflucht.

Es folgte Gott sei dank kein dritter. Ich weiß nicht was ich dann gemacht hätte - Amoklaufen? Mich auf einer Senfte nach oben tragen lassen?
Einfach nach Hause gehen? Oder einfach mal grundlos einen Unschuldigen anschreien? Man wird ja sehr irrational mit so einer Wut im Bauch ;)

Abends bin ich wie immer nach Hause spaziert - ich merke dass meine Flachstrick nicht mehr so richtig passt. Beim Anziehen habe ich nicht das Gefühl, dass sie zu weit ist, aber gerade auf Spaziergängen rutscht alles immer alles nach unten und sie scheuert jetzt im Schritt etwas. Vor 4 Wcohen habe ich neue Versorgungen beantragt, doch die KK hat sich noch nicht gerührt :/

Das ist so ätzend bei dem Wetter mit nur einer FS. Jeden Abend landet das Ding in der Wäsche, damit ich morgens wenigstens was frisches hab.



Juli 2016 [Die Heilung schreitet voran]
Also hier nun die Tage 8 -10

[8] Mittwoch - Ich bin immernoch deutlich angeschwollen und meine "Verkehrsunfall" blüht inzwischen in allen Farben. An den Rändern wirds aber so langsam
gelb. Für mich heißt es, es geht voran :) Der erste Tag nachdem die Fäden gezogen wurden ist ein Highlight, es ist so unfassbar einfacher in die Flachstrick zu kommen.
Man hat keine Angst mehr überall an den Fäden hängen zu bleiben. Tolles Gefühl, trotz der Schwellungen

[9] Donnerstag - Boah, ich war gefühlt 1000 mal auf der Toilette. Mein Körper hat unmengen an Wasser rausgespühlt. Viele haben davon schon berichtet, nun hat mich
das verrückte Phänomen, dass man nach der OP schwerer oder gleichschwer ist auch massiv getroffen. Bei den US war das lange nicht so krass, da wog ich nach der OP
1 kg weniger und in Laufe der Wochen gingen die KG's immer wieder weiter runter.
Einen Tag nach der OS OP wog ich 2kg mehr als vor der OP - ich: WTF...??? 7,5l Fett raus und ich wiege mehr? Schwer zu begreifen aber ich erkläre es mir damit, dass
der Körper massiv Wasser einlagert, sieht man ja auch an den Schwellungen. Mit der Abschwellphase gehen dann auch wieder KG's verloren.
Ich habe am Donnerstag im Laufe des Tages jedenfalls 3kg auf der Waage verloren und wiege nun immerhin 1kg weniger als vor der OP. JUHU, tolles Gefühl.
Die Schwellungen sind zwar noch deutlich vorhanden, aber sie sind weniger geworden. Auch der Umfang hat sich um 2cm vermindert :D

[10] Freitag - Schlimme Nacht hinter mir, zumindest bis 3 Uhr. Ständig zwickte und zwackte was in meinen Oberschenkeln. Hatte was von Restless Legs, ständig
hatte ich das Gefühl ich müsste meine OS bewegen. Total unangenehmes Gefühl. Das verschwand dann irgendwann gegen 3 Uhr morgens und ich konnte endlich
schlafen, jedenfalls so lange bis meine Katzies mich aus dem Bett holten :) Die könnten ja spontan einen Hungertod erleiden, jedenfalls verhalten sie sich so :D

So, jetzt gilt es nochmal das Wochenende auszunutzen, ab Montag gehts wieder zur Arbeit



Juli 2016 [Die Tage nach der zweiten OP]
Die ersten beiden Tage hatte ich echt mit Schmerzen vor allem Nachts zu kämpfen. Egal wie man liegt, man liegt immer auf irgendeiner operierten Fläche.
Dazu diese bereits erwähnte Dauermüdigkeit. Habe dann angefangen Eisentabletten genommen.

Seit heute bin ich glücklicherweise nicht mehr so schrecklich müde, ich kann auch inzwischen einigermaßen schlafen. Dafür bin ich nun komplett blau an den Beinen
angelaufen. Bin echt mega angeschwollen, trotzdem sind es jetzt schon 5cm weniger Umfang und das wichtigste, die Oberschenkel scheuern fast nicht mehr aneinander :D
Man muss auch dazu sagen, dass Taille und Oberschenkel bei mir vor der OP den gleichen Umfang hatten. Jedenfalls, ein tolles Gefühl :hearteyes:

Spazierengehen geht auch inzwischen besser, aber an den Turbo-Opas komm ich trotzdem nicht vorbei :tearsofjoy:

Tag 5-7 Post OP

[5] Boah, was habe ich diesen Sonntag gelitten - draussen über 30 Grad und ich sitz daheim in unserer Dachgeschoss Wohnung.
Meine Beine sind förmlich explodiert. Der bisherige Schwellungshöhepunkt.
Die Oberschenkel hatten fast schon wieder Vorkriegs.... eh pre OP Umfang erreicht und drücken unnachgiebig gegen die Flachstrick. Uhaaaa....
Habe viel gekühlt und ich war trotzdem mit meinem Freund 3mal kurz spazieren.
Immerhin überholen mich nun keine Rentner mehr :D

[6] Montag war ich dann zum Glück direkt zur Lymphdrainage und habe meinem Therapeuten meinen "Verkehrsunfall", wie ich meine blauen Flecken/Flächen
liebevoll nenne, gezeigt. Da ich seine erste "operierte" Lipödem Patientin bin war er schon etwas geschockt vom Anblick. Ich mein, er kennt das schon von meinen
Unterschenkeln, aber die blauen Flecken an den Oberschenkeln sind nunmal noch viel extremer. Irgendwie schon lustig, obwohl sich durch die Schwellungen an den OS vom Umfang her noch nicht viel getan hat, meinte er dass man schon deutliche Unterschiede
erkennt.
Mein persönliches Highlight ist ja nach wie vor, dass die OS nicht mehr aneinander scheuern :D

[7] Heute sind dann nun endlich die Fäden gezogen worden. Da das Heck'sche Team in ihrem wohlverdienten Urlaub ist, habe ich sie diesmal bei meinem Internisten
ziehen lassen. Am Tag 2 nach der OP, als ich die Bandagen aufschneiden durfte, fiel mir auf, dass ein Einstich nicht zugenäht wurde. Und ich meine nicht die
Drainage Cuts, die er unterhalb des Knies offen lässt. Da die Wunde aber schon zu war, habe ich mir keine Gedanken drüber gemacht.
Leider ist eben jener Einstich gestern wieder aufgegangen - verdammt. Lt meinem Doc sieht aber alles gut aus und ich soll es einfach weiter heilen lassen und warten bis es zu ist. Jetzt muss ich mich leider noch länger als gehofft gedulden um ins Schwimmbad zu dürfen.

Von den Schmerzen her muss ich sagen, dass es seit heute deutlich besser auszuhalten ist - habe zwar die Tage zuvor auch nie viel an Schmerztabletten genommen (max eine Ibu am Tag), aber ich denke dass ich nun auch komplett drauf verzichten kann. *daumendrück*



Juli 2016 [Die Mutter aller OPs]
Sieben Wochen später am 05.07. ging es abermals nach Mülheim. Diesmal sind meine OS vorne dran.
Diesmal hatte ich auch den 7 Uhr Termin, was soviel heißt wie, keine Wartezeit :)
Kaum war ich auf dem Zimmer, hatte gerade das hübsche OP Kleidchen wieder an, stand auch schon wieder Dr. Heck im Zimmer. Wie immer gut gelaunt mit einem Kaffe in der Hand... Grrrr..... da wedelt der mir mit nem Kaffe vor der Nase rum, und ich darf nicht. Was ne Folter.
Es ging dann wieder weiter wie sonst auch, meine OS wurden angezeichnet und nicht nur das, es ging recht hoch an die Hüften ran. Er meinte da schon zu mir, wir werden da gleich ne Menge rausholen.
Kaum angezeichnet und Fotos gemacht, stand auch schon Dr. Candas der Anästesist im Zimmer.
Ja, sie werden wohl diesmal höchst wahrscheinlich Kreislauf Probleme bekommen und wir legen mal lieber gleich den großen Zugang. Wieder an die linke Hand. Ätzend war diesmal, dass die Kanüle direkt in der Handbeuge endete - das war besonders nach der OP mega unangenehm, weil man sich nicht wirklich aufstützen konnte damit.

Nunja, dann ging es auf einmal recht schnell. Ich lauf in den OP. Und da er auch sehr hoch an den Hüften absaugen wollte, musste ich mich zum desinfizieren auch mein OP Kleidchen ausziehen.
Schon kletterte ich wieder auf den OP Tisch, ich bekomm noch mit wie die Blutdruckmanschette angelegt wird und kann mich ab dann an nichts erinnern.

2 Std später war schon wieder alles vorbei, ich werde aufgesetzt und sehe meine Oberschenkel. Es wurden 7,5l reines Fett abgesaugt.
Witzig daran ist, dass ich mich erinnern kann sie angesehen zu haben, aber ich kann mich nicht dran erinnern wie sie aussahen. Direkt danach bekam ich das OP Mieder an und wurde wieder bandagiert und durfte aufstehen. Auch hier wieder null Kreislaufprobleme (Hurra) und watschelte wieder mit diesem Mega Muskelkater richtung Zimmer.

Dieses mal bin ich rechts wahnsinnig ausgelaufen, bei jedem Klogang habe ich eine hübsche Spur hinterlassen. Auch wenn es für das Team normal ist, hinter den Patientinnen hinterher zu wischen, mir war das mega unangenehm.

Der erste Tag zuhause war schon sehr anstengend, alles ermüdet ungemein. Ich habe zwar immer noch keine Kreislaufprobleme, aber ich merke einfach, dass mich diese OP deutlich mehr belastet. Vor allem die Schmerzen sind deutlich mehr. Zwar alles noch auszuhalten, aber trotzdem sehr unangenehm.

Fazit: Gewichtsreduktion Januar - Juli vor der OP: 24kg
US - 5,5l
OS vorne - 7,5l




Mai 2016 [Heck'sche Waden]
Am 17.05. hatte ich meine erste OP bei Dr. Heck in Mülheim. Mit den US sollte es losgehen.
Total aufgeregt sind mein Freund und ich um 11 Uhr angekommen und wurden direkt auf das Zimmer geführt. Meine Bettnachbarin hatte da schon ihre US OP hinter sich. Die Anästesistin kam rein, ich zog das hübsche OP Kleidchen an und bekam meinen Zugang in die linke Hand. Kurze Aufklärung und dann ging das leidige Warten los. Es dauerte noch fast 1,5 Std in denen man sich selbst mit Warten verrückt gemacht hatte bis endlich Dr. Heck kam.

Freundlich und gut gelaunt wie immer zeichnete er meine US vor. Ich hüpfte nochmal schnell auf die Toilette und schon ging es um Punkt 13 Uhr in den OP. Meine Beine werden desinfiziert und schon durfte ich auf den OP Tisch klettern, was echt abenteuerlich ist, wenn man nichts anfassen darf.
Ich erinnere mich nur noch, dass die Anästesistin mir sagte, sie habe mir was zur Beruhigung gegeben und schon war ich im Land der Träume. Ab und an hört man, dass sie sich unterhalten. Und dann kam der Befehl zum Umdrehen. Kann mich nur daran erinnern, dass ich nicht wirklich Lust dazu hatte, aber irgendwie landete ich dann doch auf meinen Bauch.

Das nächste an das ich mich erinnere war dann, dass man mich aufgesetzt hatte und ich total geflashed von meinen neuen Waden war. Dr. Heck hatte 5,5l pures Fett abgesaugt.
Wurde dann direkt in die Panty gesteckt und wurde bandagiert. Dann durfte ich aufstehen und erntete ungläubige Blicke vom Team, dass ich ganz ohne wackeln und ohne Kreislaufprobleme Richtung Zimmer watscheln konnte. Einzig dieser Muskelkater es unangenehm.

Die Tage danach liefen eigentlich recht gut. Null Kreislaufprobleme, die ersten Tage waren unangenehm, aber auszuhalten. Musste nur einmal Schmerzmittel nehmen. Nach 2 Wochen bin ich wieder arbeiten gegangen. Nach 3 Wochen waren die Waden größtenteils abgeschwollen -8cm Umfang. :)







Sonntag, 24. April 2016
April 2016 Der Countdown läuft
Laufen, abnehmen, Arbeit - es läuft nicht schlecht.
Meine neue Bestzeit für die 6km um den See liegt nun bei 51 Minuten.
Damit bin ich recht zufrieden. Nun organisiere ich auch den diesjährigen Firmenlauf.
Im Juni 2016 geht es auf eine 6,1 km lange Strecke. Aktuell bin ich bereit dafür.
Allerdings ist der Lauf 6 Wochen nach der ersten OP. Ich habe allerdings keine Ahnung ob ich überhaupt in der Lage bin Sport zu treiben.

Die Anspannung steigt. So langsam werde ich echt nervöse wegen den OP's
Gewichtsupdate: 117kg (-12kg seit Anfang Januar 2016)



März 2016
2,5 Monate noch bis zur ersten OP.
Ich laufe inzwischen wieder sehr regelmäßig. Einmal die Woche zusammen mit meinem Freund um den See und unter der Woche zuhause auf dem Laufband.
Das Abnehmen funktioniert inzwischen auch wieder recht gut. Inzwischen bin ich wieder bei 122 kg. D.h. 7kg seit Anfang Januar weniger.
Auch meine Bestzeit für die 6km um den See konnte ich verbessern.
Inzwischen schaffe ich die Runde in 53 Minuten.

Mit meinem Chef habe ich die OP Termine auch soweit abgestimmt.
Es ist ein gutes Gefühl, dass er mich da auch voll unterstützt.

Nach ein etwas unruhiger Zeit auf der Arbeit geht es nun mit neuer
Ausrichtung wieder voll Voraus. Neue Aufgaben bedeuten zwar auch mehr
berufliche Reisen, aber auch eine spannende neue Aufgaben.

Es läuft...



Jan - Feb 2016 Jetzt wird abgespeckt und Urlaub gemacht
Jetzt wird aber endgültig abgespeckt. Ich will mir nicht die blöse geben, zur OP im Mai mit mehr kg zu erscheinen als vor einem Jahr bei meinem ersten Besuch.
Ich stelle meine Ernährung wieder auf LowCarb um und fange wieder mit dem Laufen an.

Die ersten 2 kg gehen relativ schnell, aber das ist immer so, erstmal verlässt das Wasser den Körper. Die nächsten kg ziehen sich. Es geht also relativ langsam vorran aber bis zur ersten Februar Woche sind 5kg Geschichte.
Dann ist der Tag auf den wir uns schon so lange gefreut haben. Wir fliegen für 2 Wochen auf die Seychellen




Ein Traum, 31 Grad durchgehend, bis auf ein paar Tage Monsun. Eine kleine private Insel die Massen an Touristen. 2 Wochen Lang den Kopf frei bekommen mit fantastischem Essen.

Ende Februar landen wieder wieder im kalten Deutschland.
Das fantastische Essen war wohl zu gut - denn ich habe wieder 2kg zugenommen.

Das entmutigt mich nicht, dann muss ich eben noch mehr dafür tun. Back to LowCarb und längere Laufstrecken.
Mein Freund und ich verabreden uns mit einem befreundeten Päärchen zum laufen. 6km um einen See - der erste Lauf seit langem und das unter LowCarb. Was soll ich groß sagen, ich habe mich gequält. Eine Std haben wir für die Strecke gebraucht.
Verbuchen wir das mal als Neuanfang.



März 2015 - Ende 2015 Der erste Besuch
Da war er nun, der erste Besuch bei Dr. Heck.
Mein Freund hat mich dieses Mal begleitet. Der Empfang war freundlich, ich erzählte etwas über mein Leben und wann bei mir das erste mal Lipödeme festgestellt worden. Es war ein nettes aufgeschlossenen Gespräch, bis die Aufforderung kam die unausweichlich ist. In dem kleinen weißen Raum sollte ich mich also nun ausziehen.
Da steht man nu, fast nackt - vor dem Doc und meinem Freund. Eine unangenehme Situation, wenn man von oben bis unten begutachtet wird.

Auch hier gibt es zum vierten mal die Diagnose Lipödem. Gut, das kam nun überraschend :) Aber das schlimmste kam noch, der Schritt auf die Waage. Zuhause habe ich mich vor ein paar Tagen gewogen - es fing gerade erst an Frühling zu werden und ich hatte wie jeden Winter wieder Speck angesetzt. Trotz der Diagnose ist mir das immer wieder peinlich. Meine Waage zuhause sagte mir ein paar Tage zuvor dass ich 123 kg wiege, wie mega peinlich. Beim Doc waren es nur 121 kg.
Ich verbuche das einfach mal als gezieltes psychologisches Aufmuntern.

Nach langer Besprechung gehe ich mit Hausaufgaben nach Hause. Ich brauche ein Rezept für flachgestrickte Kompressionsstrumpfhosen. Ich hatte aus irgendeinem Grund direkt verpasst das direkt bei der Lymphologin vor Ort zu machen. Aber Dr. Heck versicherte mir, dass ich das Rezept auch bei meinem Hausarzt bekomme, da es nicht das Budget belastet. Dazu versuchen wir nochmals die 4 Op's bei der KK zu beantragen

Also gehe ich zu meiner Hausärztin. Die machte aber einen Riesenterz, sie wolle mir kein Rezept ausstellen, sie sei keine Spezialistin und wolle es mir deswegen nicht ausstellen. Ich fragte ob es helfen würde, wenn sie mit Dr. Heck Kontakt aufnehmen würde. Ich telefonierte auch am nächsten Tag noch mit mir und willigte ein mir doch ein Rezept auszustellen. Vorfreudig schlage ich in der Praxis auf und was bekomme ich, nun ein rezept über normale Kompressionen.
Ich frage nach der Ärztin, aber die lässt sich verleugnen und behauptet, dass sie nie versprochen hatte mir Flachgestrickte Kompressionen zu verschreiben.

Ich spreche mit dem Sanitätshaus, die geben mir ein paar Tipps, sind aber auch verwundert, warum die Ärztin sich weigert. Ich telefoniere alle Lymphologen der Stadt an, alle haben erst einen Termin in 1-2 Monaten.
Letztendlich finde ich einen Lymphologen, der mir einen Termin in einer Woche gibt.
Ich werde vorstellig und sage ihm warum ich flachgestrickte Kompressionen brauche. Von ihm bekomme ich die fünfte Diagnose meiner Lipödeme (warum ist eigentlich keiner meiner bisherigen Ärzte drauf gekommen)
Er drängt mich zuzugeben, wer mein behandelnder Arzt ist. Ich gebe klein bei und erzähle ihm von Dr. Heck. Das war der Moment wo mich der Arzt ohne Rezept aus der Praxis wirft.

Es war noch nie so schwer ein Rezept zu bekommen. Also nehme ich mir einen Tag frei und fahre wieder zu Dr. Heck um bei der Lymphologin vor Ort ein Rezept zu holen.
Dies klappte tatsächlich einwandfrei. Zuhause angekommen habe ich einen Brief vom gestriegen Lymphologen in der Post - ungläubig öffne ich den Umschlag und was ist drin? Data, ein Rezept für flachgestrickte Kompressionen.
Prima, nach all der Anstrengung hab ich nun zwei, hätte ich mir den Ausflug nach Essen auch sparen können.

Mein Weg führt mich also wieder ins Sanitätshaus. Ein Termin zum groben Messen für die Krankenkasse, 2 Monate später endlich das ok von der Krankenkasse, also nochmal hin für die richtigen Werte. Eine Woche später erhalte ich also meine ersten flachgestrickten Kompressionen.

15 Minuten brauche ich um sie das erste mal anzuziehen. Ohne Gummihandschuhe macht man sich im nu die Hände kaputt. Wahnsinn und die Krankenkasse will ernsthaft das ich dieses Ding mein Leben lang trage anstatt mich mit ein paar Operationen zu erlösen?

Es gehen schon wieder die Wochen ins Land und leider zieht die Praxis von Dr. Heck gerade nach Mülheim um. D.h. es werden keine neuen OP Termine vergeben.
Die Hoffnung auf Erlösung schwindet abermals.

Im September erreiche ich endlich jemanden der wieder OP Termine vergibt.
Im Mai 2016 solls losgehen und dann gehts im 2 Monats Takt weiter.
Es geht endlich weiter - jetzt 4 Jahre nach der ersten Diagnose.

Es geht schon wieder auf Winter zu, was soll ich sagen - nachdem ich ein paar Kilo nach dem ersten Besuch beim Doc verloren habe, hab ich schon wieder mächtig zugenommen. Silvester stehen mit traurigen 130kg zubuche.



2011 - 2015 Die Diagnose und der folgende Marathon
Es war auch das erste mal, dass ich einen Freund hatte, der meinen Körper voll und ganz akzeptierte und liebte. Ganz verwundert stellte er fest, dass ich mich dafür schämte. Er hat mir nach und nach die Scham davor genommen.

Wir waren eines Tages auf einer Feier und ich trug etwas, das meine Taille betonte, denn trotz meiner Monsterbeine habe ich immer eine relativ schmale Taille auf die ich stolz bin. Eine gemeinsame Freundin machte mich einen Tag später darauf aufmerksam, dass sie vermutet, dass ich an einer Krankheit leider (Bitte was?)
Sie hat im Fernsehen einen Bericht über Frauen mit Lipödemen gesehen und ich sehe genau so aus. Bitte was zum Teufel sind Lipödeme?
Onkel Google half mir, ich las Wikipedia Artikel, akterte mich durch diverse Foren und fiel aus allen Wolken als ich feststellte, dass alle Symptome auf mich zutreffen.
War ich wirklich kram, war es wirklich nicht meine Schuld, dass meine Beine so dick sind, wie mir die Ärzte immer sagten? Ich konnte es noch nicht so recht glauben.

Ich hatte keine Ahnung zu welchem Arzt ich musste, also ging ich zu meinem Internisten und fragte ihn ob ich Lipödeme habe. Ich zog mich aus, er begutachtete mich und sagte, mit ziemlicher Sicherheit, ja.
Ja? - Mir fiel ein Stein vom Herzen, ich konnte gar nicht beschreiben was in dieser Sekunde mir mir alles passiert ist. Ich war wie im freudentaumel, ich konnte es nicht glauben, dass man endlich rausgefunden hat woran das lag. Nach 15 Jahren mit dieser Krankheit.

Allerdings brachte er mich auch gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Er teilte mir mit, dass er der falsche Arzt sei und das ich zum Dermatologen müsste.
Ok - dann gehen wir eben zum Dermatologen.
Keinen Schritt aus der Praxis raus brach ich in Tränen aus, ich konnte gar nicht beschreiben was für eine Last durch die Diagnose auf einmal von mir abgefallen ist.

Ich machte also einen Termin beim Dermatologen und auch er bestätigte mir die Diagnose. Soweit so gut, allerdings sagte er mir auch dass es im Grunde auch nur zwei Behandlungsmethoden gibt. Entweder ein Leben lang Kompression & Lymphdrainage, was besonders im Sommer eine Qual ist. Oder es operieren zu lassen. Er sagte mir aber auch, dass Krankenkassen das in der Regel nicht übernehmen.
Ja warum auch, lieber Geld für eine lebenslange Behandlung zahlen, statt operieren zu lassen und damit die Krankheit los zu sein.

Meine Entscheidung war sehr schnell getroffen, auch nach weiteren Recherchen im Internet. Ich lasse mich operieren. Mein Dermatologe überwies mich zur Unihautklinik in der Nähe.

Ich wurde also in der Unihautklinik vorstellig und bekam zum dritten mal die Diagnose des Lipödems. Ich hatte eine wirklich tolle Ärztin, die Erfahrung mit der Liposuction hatte. Sie war besorgt, weil die Krankheit bei mir schon recht weit fortgeschritten war. Wir versuchten die Liposuction bei der Krankenkasse zu beantragen, es wurden Bilder gemacht, Berichte geschrieben.
Es gab immer wieder Absagen, Widersprüche, Absagen, Widersprüche und abermals Absagen. Das ganze zog sich über ein Jahr bis ich bei der letzten Instanz angekommen bin. Weiter hätte man nur klagen können. Ich hatte genug.

Meine Entschuldung war fast zuende und da mir meine Gesundheit viel wichtiger war, entschloss ich mich, die OP's privat zu bezahlen.
Als ich dies meiner Ärztin mitteilte hatte sie freudige Nachrichten für mich.
Sie teilte mir mit, dass sie schwanger ist und bald in Mutterschutz geht. Sobald sie wieder arbeitet, will sie OP Termine mit mir ausmachen.
Wieder geht ein Jahr ins Land, ich konnte sie nie wieder erreichen.

Inzwischen aber habe ich den Wendepunkt in meinem Leben erreicht.
Ich habe nach 3 Jahren abermals meinen Job gewechselt, in dem ich heute auch noch tätig bin. Bessere Bezahlung und auch flexibleres Arbeiten. Aber das wichtigste ist, seit 2014 bin ich schuldenfrei. Es hat zwar länger gedauert als gedacht, aber ich habe insgesamt 75.000 € in 10 Jahren getilgt. Es war harte arbeit, aber ich habe es ohne privat Insolvenz geschafft.

Derweilen mache ich mich auf die Suche nach einem anderen Experten für meine Lipödeme und finde Dr. Heck in Essen. Der erste Schock dann gleich beim ersten Anruf. Ein erster Besprechungstermin erst Anfang 2015 - himmel was für eine Wartezeit.



2009 - 2011 Es geht aufwärts
Mein neuer Arbeitgeber war toll. Ich war mit Abstand die jüngste im Team, die Systeme waren total veraltet. Aber der zusammenhalt im Team war großartig.
Das hatte ich in noch keiner anderen Firma erlebt. Wir unternahmen wirklich viel und wenn jemand irgendwo ein Problem hatte, dann wurde wie selbstverständlich geholfen.

Ich fing wieder damit an mehr Sport zu treiben, in der Prüfungsphase habe ich mich absolut gehen lassen. Das Gehirn ist schon ein Arschloch, wenn man viel lernt, dann schreit es permanent nach Süßkram. Und ich habe in der Zeit so viel gelernt, wie noch nie in meinem Leben. Kein Wunder bei einer Prüfung, in der 70% aller Teilnehmer durchfallen. Ich hatte es geschafft und nu muss ich mich wieder um meinen Körper kümmern. Ich fuhr viel mit dem Rad. Ich habe sogar Wochenendausflüge zu meinen Eltern gemacht, die 100km entfernt wohnten. Meine Bestzeit waren 4 Std für eine Strecke und das mit einem Mountainbike.
Mit großer Anstrengung schaffte ich es mein Gewicht wieder auf 105kg zu drücken.

Eines Tages rief dann ein Headhunter bei an, er sei auf der Suche nach einem Bilanzbuchhalter für eine Medienagentur in NRW. Aufregend, die Stelle klang spannend und so fuhr ich zum Bewerbungsgespräch. Man versprach mir vieles in der Firma, Bezahlung war auch sehr gut und so sagte ich zu.

So schnell war ich also wieder zurück in NRW. Das erste mal in einer Großstadt, es gefiel mir und das beste, ein sehr guter Freund von mir wohnte hier.
Leider war der Job hier nicht so spannend wie erhofft. Es wurde sogar so schlimm, dass ich mich an 7 von 8 Std gelangweilt habe. Warum stellt diese Firma jemanden ein, wenn gar keine Arbeit zu erledigen ist. Bore-out - wer es noch nicht erlebt hat, kann gar nicht begreifen wie schlimm das ist. Nach einem 3/4 Jahr heuerte ich bei einer anderen Firma in der Stadt an und endlich machte es beruflich wieder Spaß.

Und dann kam es, Anfang 2011 habe ich durch einen gemeinsamen Freund meinen jetzigen Freund kennengelernt. Meine letzte Beziehung ist schon einige Jahre her und endete sehr schmerzhaft. Er hatte mich aus heiterem Himmel verlassen, für eine Frau die er gerade erst kennengelernt habe. Im nachhinein war die Beziehung auch sehr schwer, die Trennung hat mich tief verletzt und hallte auch noch 5 Jahre später nach. Ich habe Schwierigkeiten mich jemand anderen komplett zu öffnen und hatte einfach Angst wieder verletzt zu werden.
Mein Freund hatte also keinen einfachen Start mit mir, wir haben uns häufig getoffen und verstanden uns, ich war aber an einer Beziehung anfangs nicht interessiert. Mit Geduld und viel Liebe hat er mich überzeugt und darüber bin ich sehr glücklich :-*



2004 - 2008 Ground Zero
Frisch bei meinen Eltern eingezogen kümmerte ich mich nun um die Ruinen meiner Firma. Mit 23 Jahren bin ich nun zum ersten mal richtig arbeitslos. Leider zahlten sie mir nur 300€ im Monat. Also versuchte ich die "Reste" unserer Firma zu verhökern um die vielen Gläubiger bedienen zu können.
Ich nahm unsere alten Computer auseinander und da offenbarte sich mir das erste mal das ganze Ausmaß.
Ich habe IRC Chat Protokolle und emails zwischen unserer Journalistin und meinem Kumpel gelesen. Ich bin aus allen Wolken gefallen, ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass jemand so geziehlt andere Leute manipulieren kann.
Sie hat Lügen erzählt, sie hat mich schlecht geredet, sie hat versucht mich regelrecht auszuspielen. Unglaublich schlechtes Gefühl so betrogen worden zu sein.
Und so realisiert man so langsam, dass sie alles mit Absicht gemacht hat um ihren Hals aus der Schlinge zu ziehen. Klar hat sie durch die Firmenpleite auch etwas Geld verloren, aber sie konnte ihre Lebensversicherung verpfänden. So ist sie ohne große Kratzer rausgekommen.

Ich selbst hatte nichts, daher habe ich versucht Soft- und Hardware zu verkaufen.
Leider war das alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Liquidierung der GmbH zog sich, denn solange die Gläubiger nicht bedient worden sind, konnte ich das knicken.
Nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit und so ziemlich der Tiefpunkt in meinem Leben habe ich tatsächlich die Chance bei einer Firma in meinem alten Ausbildungsberuf zu arbeiten. In der Buchhaltung. Ok, ich hatte 99% in Rechnungswesen in meinem Abschlusszeugnis, aber ich habe weder in meiner Ausbildung, noch sonst wo eine Buchhaltung von innen gesehen.

Aber der Chef gab mir die Chance. Der Job war in Niedersachsen, ca 100km von meinen Eltern weg, doch leider sollte ich ein halbes Jahr in NRW eingearbeitet werden. D.h. ich bezog dort unter der Woche ein Zimmer und konnte mich unter der Woche leider nicht um meine Finanzen kümmern.

Ich hatte dort leider auch keinen guten Start. Keine Erfahrung in dem Bereich und eine Chefin die gerne mal cholerisch wurde. In der ersten Woche riefen meine Eltern auf dem Handy an und teilten mir mit, dass das Finanzamt zuhause war und mich sprechen wollten. Da war es vorbei, wie soll man sich auf einen neuen Job konzentrieren, wenn ich so weit weg von zuhause mich nicht um meine privaten Sorgen kümmern kann.

Ich wurde immer depremierter und legte Gewichtstechnisch immer weiter zu.
Die Probleme zuhause nahmen Überhand und ich fragte meine Chefin ob ich Urlaub nehmen könne. Natürlich erzählte ich ihr nichts davon warum. Es gipfelte in einer
Schimpftirade, warum ich so unverschämt bin nach nur wenigen Wochen nach Urlaub zu fragen. Ich stand kurz vor dem Zusammenbruch.

Man war unzufrieden mit mir und auch ich wusste nicht mehr wie ich all das alleine lösen soll. Die Probleme erdrückten mich. Mein Chef-chef bat mich zum Gespräch, ich denke das er mich eigentlich feuern wollte. Aber tatsächlich kam es anders.
Er sagte mir ganz offfen, dass er unzufrieden mit mir ist - er war aber so fair mich zu fragen was nicht in Ordnung sei. Und da brach es tatsächlich aus mir raus. Ich erzählte ihm von meiner gescheiterten Selbstständigkeit, von den Gläubigern die mich täglich belagern und mir drohen, von all den Problemen, die ich so weit von zuhause nicht lösen könnte.

Er bat mir an, mit mir zusammen eine Aufstellung meiner Schulden zu erstellen und mir bei Vergleichen zu helfen. Man bemerke, eine Stunde zuvor wollte er mich noch rausschmeißen, aber scheinbar hat er auch eine große soziale Ader.

Die nächsten Wochen liefen besser - ich konnte mich wieder mehr auf meinen Job konzentrien - aber leider wusste ich danach auch, wie schlecht es um meine Finanzen steht.
Die nächste Entscheidung stand im Raum, privat Insolvenz - Ja oder Nein.

Ich habe lange mit mir gehadert, aber ich entschied mich gegen eine privat Insolvenz. Ich wollte mir nicht die Freiheit nehmen weiterhin Verträge unterschreiben zu können, auch hatte ich befürchtet, dass mich die Schufa länger als erwartet das Leben schwer macht.

Der Entschuldungsplan zeigte mir, dass ich mindestens 8 Jahre brauchen werden um schuldenfrei zu werden. Das bedeutete aber auch, dass ich alles Geld in die Entschuldung gesteckt habe. Das bedeutete auch, dass ich trotz Job weniger Geld als ein Harz 4 Empfänger haben werde. Und das ganze 8 Jahre lang.

Eine harte Zeit, aber ich fasste in dem Beruf so langsam Fuß - die Einarbeitung war endlich zuende und konnte nun den richtigen Job in Niedersachsen antreten. Ich fand eine kleine Wohnung, auch hier hat mein Arbeitgeber mit der Kaution geholfen.

Auch der Job machte mir immer mehr Spaß und so entschloss ich mich mich weiterzubilden. Bilanzbuchhalter wollte ich werden, abermals half mir mein Arbeitgeber mit der Finanzierung der Weiterbildung. Das ich mir damit wieder Feinde mache, war mir nicht so ganz bewusst. Meine eigentliche Chefin ist damals durch die Prüfung gefallen und sie hatte Angst, dass ich ihr den Rang ablaufe.
Es wurde wieder etwas ungemütlich auf der Arbeit. Freitags Abends und Samstags zum Unterricht zu fahren war ebenfalls extrem anstrengend.
Gewichtstechnisch explodierte ich endgültig.

Nach zwei Jahren Weiterbildung kam es zwischen meiner Chefin und mir endgültig zum Bruch. Wir schrien uns auf dem Flur an und ich ging zu meinem Chef-chef um ihn zu bitten mich gehen zu lassen. Ich habe damit gerechnet, dass er nach all dem was er für mich getan hat zu tiefst enttäuscht ist und genau das war mir tierisch peinlich. Aber mit Verwunderung habe ich festgestellt, dass er mich verstand.
Wir haben einen Kompromiss für die Finanzierung der Weiterbildung getroffen und gingen dann getrennte Wege.

Glücklicherweise habe ich direkt einen neuen Job gefunden und konnte meine Prüfung bestehen. Aber das war ein hartes Stück Arbeit und da stand sie, die 120kg schwere Bilanzbuchhalterin.



2001 - 2004 Aufstieg und tiefer Fall - Teil 2
Am Anfang unserer Selbstständigkeit lief es wirklich gut. Wir hatten einen lokalen Zeitungsbericht und haben dadurch ein paar neue Kunden aquirieren können.
Wir waren alle gleichberechtigte geschäftsführende Gesellschafter und haben die Aufgaben in der Firma auch klar verteilt.
Ich war für Netzwerk, Sicherheit und Programmierung zuständig.
Mein Kumpel für Design und unsere Journallistin war für Kundenaquise, Öffentlichkeitsarbeit und Backoffice zuständig.

Es lief alles sehr gut und ich versuchte mich wieder daran abzunehmen.
Was lag da nicht näher als meinen Bodybuilder Kumpel zu fragen ob er mich trainiert.
Ok, das hatte ich mir einfacher vorgestellt, denn er lehnte ab! Was, wie konnte das passieren? Ich versuchte es nochmal und er nahm es unter Bedingungen an.
Bedingungen?? Himmel, ich verstand es nicht.
Er sagte mir, dass wenn ich mich darauf einlasse, er von mir erwartet, dass ich mindestens 3 mal die Woche dahinfahre und nicht nach ein paar Wochen aufgeben.
Er sagte, dass sein Training hart ist und das er mir nur hilft wenn ich mich voll reinkniehe. Oh man, ich begann an mir zu zweilfeln. Aber meine Waage teilte mir unnachgiebig mit, du musst was tun. Ich hatte die 110kg geknackt, der absolute Tiefpunkt - so far...

Zu meiner Überraschung musste ich aber feststellen, dass mir Bodybuilding echt gut gefallen hat. Mit jeder Woche wurde ich besser. Mein Kumpel bestand darauf immer mit freien Gewichten zu arbeiten.
Mein Unterkörper war schon immer viel kräftiger als mein Oberkörper.
Im Bankdrücken bin ich über 45kg flach nicht hinausgekommen, aber Kniebeugen war meine Paradedisziplin. 120kg war mein Rekord. Eine tolle Zeit, ich habe innerhalb von 2 Jahren ordentlich abgespeckt. Von 110kg runter auf 85kg.
Aber eben von da ging es nie weiter, egal wieviel Sport ich gemacht habe. Die dicken Oberschenkel blieben und die Schmerzempfindlichkeit wurde auch nicht besser.

Und dann ging es wieder bergab. Erst schleichend - Aufträge blieben aus und keiner wusste warum. Es gab auf einmal Geheimnisse in unserer dreier Gruppe.
Es wurde an Pitchs teilgenommen, aber keiner der beiden wollte mir verraten um was es ging. Ich stellte immer mehr fest, dass unsere Journalistin versuchte einen Keil zwischen mir und meinen Kumpel zu treiben. Bis ich realisierte, sie ist verschossen in ihn und war neidisch darauf, dass ich soviel Zeit mit ihm verbrachte.
Es wurde schmutzig, es gab Lügen und die Firma stand kurz vor dem Aus.
Und da kam der Zeitpunkt, an dem ich den Fehler meines Lebens begann.
Zum einen hatte ich noch daran geglaubt die Firma retten zu können und bin mit unserer Journalistin zu verschiedenen Banken gefahren um nach Krediten zu fragen, oder mehr gesagt, zu betteln.

Nach einigen Banken fanden wir eine, aber die wollten uns das Geld nur geben, wenn wir mit unserem privat Vermögen dafür haften. Ich ging darauf ein, Fehler Nummer 1.

Mit dem Geld konnten wir uns 6 weitere Monate halten. Aber es wurde und wurde nicht besser. Dann kam der Vorschlag von unserer Journalistin, wie man die Firma retten könnten. Sie schlug vor, dass sie und unser Designer sich als Gesellschafter und Geschäftsführer austragen lassen, so dass nur noch mein Gehalt bezahlt werden muss und beide entsprechend Arbeitslosengeld beantragen können.
Sie beteuerte mir, dass sie mich niemals alleine lassen und mir immer helfen.
Ich war nicht ganz 23 Jahre alt zu dem Zeitpunkt, ich habe beide für meine Freunde gehalten. Heuzutage wundere ich mich über meine grenzenlose Naivität. Ich hatte zwar große Sorge, aber ich willigte ein.

Was hätte ich auch tun sollen, ich hatte zwar eine Ausbidlung, aber nie in dem Beruf gearbeitet. Als Programmierer, der nie eine Uni von innen gesehen hatte, brauchte ich mich nach dem Platzen der IT Blase auch nicht bewerben. So blieb mir ja versuchen weiter zu machen.

Kurz nachdem wir beim Notar waren, verzog sich meine Journalistin und ich realisierte dass ich Fehler Nummer 2 begann, der mich ziemlich nah an den Abgrund brachte.
Ich stand in den Scherben meiner eigenen Firma und fand erst jetzt heraus wie schlimm es um die Firma stand. Ich kündigte alle Verträge und versuchte einen Nachmieter für unser Büro zu finden. Ich konnte keine einzige Zahlung leisten.
So besuchten mich die Vermieter unseres Büros bei mir zuhause um sich zu erkundigen wann ich die Miete zahle. Ich brach vor Ihren Augen in Tränen aus und sie schienen Mitleid mit mir zu haben und haben sich selbst auch um einen Nachmieter gekümmert.

Anderer Gläubiger waren nicht so nett. Sie rannten mir die Tür ein und ich befand mich an einen Punkt wo ich meine eigene Miete nicht mehr Zahlen konnte.
Ich ging zum Sozialamt, die mir 80 € max zahlen konnten. Ja, damit kann ich nichtmal ein Zimmer zahlen. Ich kündigte in Panik meinen privaten Mietvertrag, in der Hoffnung irgendwo was sehr viel günstigeres zu finden.
Ich fand leider nichts und eine Woche bevor ich Obdachlos wurde rief ich heulend meine Eltern an und fragte sie ob ich bei Ihnen unterkommen kann. Mein Glück war, dass sie mich wieder aufnahmen.

Meine Eltern wohnten inzwischen auch schon auf dem Festland aber ich musste dennoch 300km weit wegziehen. Was mir aber auch sehr recht war, ich wollte nur noch weg aus diesem Albtraum. Dennoch war es eine riesige Niederlage wieder bei meinen Eltern einziehen zu müssen.

Muss ich noch erwähnen, dass ich die 85kg nicht halten konnte?



2000 - 2001 Aufstieg und tiefer Fall - Teil 1
Im Jahr 2000 bekam ich nun meinen ersten Job nach der Ausbildung in meinem Selbsternannten Traumjob als Programmierer.
Die Firma die mich anstellte war gerade frisch gegründet worden. Ziel war es in einem Jahr auf 50 Mitarbeiter zu wechseln. Ich war damals die glückliche, den ersten Job bekommen zu haben, habe aber tatsächlich durch die Abschlußprüfung zur Bürokauffrau und Umzug ins 300km entfernte Schleswig-Holstein erst 3 Monate später angefangen.
Es war aufregend, ich bekam Verantwortung und es lief am Anfang mit der Firma echt blendend. Wir hatten eine Menge lukrativer Aufträge, ich bekam einen Firmenwagen, n haufen Kohle und war als jüngste im Team der offizielle Webmaster der Firma.
Meiner Naivität war es wohl geschuldet das ich dachte es geht nun nur noch bergauf.

In der Zeit habe ich eine sehr enge Freundschaft zu einen Kollegen aufgebaut.
Es war immer platonisch, obwohl wir beide Single waren. Er war der Designer der Firma und hat mir damals beigebracht wie man Photoshop bedient und wie man designed. Wir haben aber wirklich sehr viel Zeit miteinander verbracht. Obwohl er 16 Jahre älter war als ich, hatten wir trotzdem die selben Interessen.
Wir haben viele Nächte zusammen verbracht zu reden, Webseiten zu designen, Unreal-Tournament (UT) zu zocken. Eigene UT Level zu designen, Musik zu hören.
Es passte einfach, da war nur ein Problem. Er selbst war Bodybuilder und auch recht narzistisch aber er hat mir nie vorgehalten, wie ich aussehe.

Die Monate vergingen und mit der Firma ging es steil bergab. Aufträge blieben aus, aber es wurden weiterhin Leute eingestellt. Der Gipfel war erreicht, als man uns seit 3 Monaten kein Gehalt mehr gezahlt hat aber trotzdem noch 2 neue Mitarbeiter vorgestellt worden sind. Dazu kam noch die 1-Jahres "wir-sind-so-geil"-Feier die für jeden Mitarbeiter ein Schlag ins Gesicht war.

Die Tatsache seit 3 Monaten kein Gehalt mehr bekommen zu haben, führten dazu, dass ich meinen ersten Kredit bei der Bank aufnehmen musste. Es wurde finanziell kritisch.

Ein Monat nach der Firmenfeier wurden die Pforten von einen Tag auf den anderen geschlossen und ich das erste mal Arbeitslos.

Wir haben versucht aus der Not eine Tugend zu machen. Insgesamt waren wir zu sechst und wir haben beratschlagt, ob es nicht Sinn macht eine neue Firma unter eigener Verantwortung zu starten. Wir hatten die Kontakte, wir hatten das Know-How und was hätten wir sonst tun sollen?

Schnell stellte sich aber heraus, dass wir unterschiedliche Vorstellungen haben.
So wurde tatsächlich aus einer neuen Firma, zwei neue Firmen.
Ich hatte mich mit meinem Designer Freund und einer Journalistin zusammen getan.
So gründeten wir im Jahre 2001 zusammen eine GmbH und ich wurde mit 20 Jahren die jüngste Firmengründerin der Stadt.



1998 - 2000 Ausbildung und der erste Job
Nach Abschluss der Höheren Handelsschule habe ich versucht mich großräumig im Norddeutschen Raum um eine Ausbildungsstelle zu bewerben.
Ich habe in 6 Monaten knapp 50 Bewerbungen geschrieben - ich habe mich auf alles beworben wass irgendwie in die Richtung Bürokauffrau geht. Sogar als Reno-Gehilfin.
Ich bekamm eine Absage nach der nächsten.
Ein paar Bewerbungsgespräche waren dabei, aber es wurde immer wieder abgesagt. Verzweiflung macht sich breit, was tun, wenn ich keine Ausbildungsstelle finde?

Am Ende hatte ich Glück, ich bekam eine Ausbildungsstelle, sogar als Bürokauffrau.
Aber die Stelle war knapp 30km von meinem Wohnort weg. Öffentliche Verkehrsmittel in Norddeutschland? Guter Witz :)
Ich ging zu einem Fahrschullehrer und fragte ihn unter welchen Umständen man den Führerschein schon mit 17 Jahren machen kann.
- Entfernung min. 30 zwischen Wohnort und Ausbildungsstelle (check)
- Keine Öffentlichen Verkehrsmittel (check)
- Keine Mitfahrgelegenheit (check)

Weitere Bedingungen? Antrag stellen, n haufen D-Mark Bearbeitungsgebüren zahlen, zum Amtsarzt gehen und sich untersuchen lassen - Bitte was????
Nicht das der nochmal soviel Geld kostet, was soll in einem Jahr noch körperlich mit mir geschehen, dass jetzt geprüft werden muss das ich körperlich fit bin.
Der gute Mann schaute mich an, in Unterwäsche - welch Demütigung - sagte aha, Sie müssen abnehmen (oh wirklich, das ist mir neu...) , unterschrieb meinen Antrag und entließ mich wieder in die Welt.

Aber gut, nun konnte ich mit 17 Jahren noch meinen Führerschein machen und ich bestand ihn auch in der letzten möglichen praktischen Prüfung vor den TÜV Ferien.
Führerschein
Hurra, Ausbildung ich komme

Während meiner Ausbildung ging es gewichtstechnisch immer bergauf und bergab. So wie eigentlich immer, im Sommer nahm ich ab und im Winter wieder zu. Meine Oberschenkel wachsen trotzdem immer weiter und das schlimmste, sie fangen an zu schmerzen. Sie wurden auf einmal extrem druckempfindlich und ich bekam unmengen an blauen Flecken. Häufiger wusste ich nichtmal woher.
Ärzte interessierte das nicht, sie waren nach wie vor der Meinung, dass ich es mit dem Abnehmen nicht ernst nehme. Das war auch so ziemlich der Zeitpunkt nur noch zum Arzt zu gehen wenns unbeding nötig ist.

Die Ausbildung selbst verlief nicht sonderlich spannend, ich wurde überall eingesetzt wo not am Mann war. Aber ein glücklicher Zufall hat dafür gesorgt, dass ich einige Woche beim Technischen Leiter verbringen durfte.
Er reparierte die Computer, kümmerte sich ums Netzwerk und adminstrierte das Intranet. Damals hatten nur 2 der Rechner überhaupt Internetanschluss und erst kürzlich wurden die Schreibmaschenen durch Computer ersetzt.
Jedenfalls habe ich festgestellt, dass mir die Arbeit am Computer Spaß macht.
Ich durfte Festplatten austauschen, er hat mir beigebracht HTML zu schreiben.
Auswendig, ohne WYSIWYG :)
Es machte mir irre Spaß und habe mir den ersten Rechner für zuhause angeschafft.
Ich brachte mir selbst PHP und SQL bei.
Ein Traum - das wollte ich beruflich machen

Ich machte meinen Abschluss, hatte in der Abschluss Prüfung 99% im Rechnungswesen erreicht. Aber wer interessier sich schon fürs Rechnungswesen, wenn er in der fabelhaften Computerwelt arbeiten kann.

Es war auch die Zeit kurz vor der IT Blase, ich bewarb mich als Programmierer, als Quereinsteiger. Musste ein Assessmentcenter über 8h in Schleswig-Holstein über mich ergehen lassen - aber ich bekam den Job.



1996 - 1998 Ein neues Leben beginnt...
Inzwischen bin ich 16 Jahre alt geworden kugelrund und habe in der 10 Hauptschulklasse meine erweitereten Realschulabschluss gemacht.
Aber was dann? Das Internat können sich meine Eltern nach wie vor leisten, also habe ich auch keine Chance Abitur zu machen.

Die Entscheidung war mangels Möglichkeiten dann auch relativ einfach. Ich besuche die Höhere Handelsschule in Wittmund. Klingt einfach, aber für mich hat es bedeutet, dass ich mit 16 Jahren von zuhause ausziehe und eine winzig kleine Wohnung 20km vom Festlandhafen entfernt beziehe. Ich hatte anfangs mächtig schiss davor auf mich alleine gestellt zu sein, aber auf einmal hatte ich ungeahnte Freiheiten.
Auf der Inselschule waren wir 60 Schüler, von der ersten bis zur zehnten Klasse. Auf den Berufbildenden Schulen waren wir über 1000, in einer Klasse von über 30 Leuten.

Ich verschwand ein Stück in anonymität, was toll war - ich stand auf einmal nicht mehr im Fokus. Ich fand neue Freunde, besonders mit einer Mitschülerin hatte ich eine wirklich enge Freundschaft geschlossen. Ich habe bei ihr Übernachtet, zog mich in Ihrem Bad um, als sie reinkam und mich das erste mal mit nacktem Oberkörper sah. Ganz erstaunt sagte sie mir, oh - du bist gar nicht so dick. Du hast einen total schlanken Oberkörper, nur deine Beine sind richtig fett.
Hm, ja - das war mir bislang gar nicht so bewusst. Ich habe meine Monsteroberschenkel immer gehasst und versuche alles unter weiten Klamotten zu verstecken.

Das Jahr vergeht und ich hatte Spaß - es passte ja auch niemand auf mich auf. Ich bin das erste mal in einer Disko gewesen, sowas gabs ja auf der Insel auch nicht. Wir hatten Spaß und ich habe meinen ersten Freund gefunden.
Sich selbst versorgen zu müssen in so jungen Jahren prägt einen, es ist anstrengend, aber es macht einen auch stolz und liefert Selbstvertrauen.

Nun kam es, dass ich eines Tages auf die Waage stieg und mit Erschrecken festgestellt habe, dass ich die 100kg Marke geknackt habe. Oh mein Gott, das hätte ich mir nie vorstellen können. Ich versuchte das erste mal wirklich abzunehmen. Ohne Führerschein war ich eh immer auf das Fahrrad angewiesen, deswegen habe ich versucht immer mehr Fahrradtouren zu machen. Ich war auch mit meinem Vermieter unterwegs, aber genau da habe ich leider festgestellt, was für ein lüsterner alter Sack er war. Ich fuhr immer hinter mir, hat mich beleidigt und mir danach wieder geschmeichelt. Er suchte meine Nähe und machte sich immer mehr an mich ran. Als ich versuchte ihm klar zu machen, dass er auf Abstand bleiben soll, drohte er mir den Mitvertrag zu kündigen.
Erst viel später habe ich gemerkt, dass er noch einen Schlüssel zu meinem Zimmer hatte und das er regelmäßig drin war. Ich will gar nicht wissen was er da machte.

Der Sport half, ich nahm ab - langsam, sehr sehr langsam. Aber verdammte Hacke, ich nahm nur am Oberkörper ab, an meinen Monsterschenkeln tat sich null.
Ich war beim Arzt, bei mehreren sogar - aber die Antworten waren immer die gleichen. Du musst abnehmen, wenn du das nicht schaffst, dann versuchst du es nicht richtig. Du frisst mit Sicherheit Unmengen an Süßkram, es liegt an dir.
Ich war mal wieder verzweifelt... und nahm wieder zu



1980 - 1995 Wie alles begann...
Man kann nicht gerade behaupten, dass ich es je einfach hatte. Aber man entwickelt eine gewisse Kämpfer-Natur über die Jahre. Ich möchte hiermit meinen Blog starten, indem ich über mein Leben und vor allem über den Kampf mit meinen Lipödem schreiben möchte.

Ich bin auf einer kleinen Nordseeinsel aufgewachsen, 600 Einwohner. Jeder kennt jeden, keine Geheimnisse. Im Sommer überfüllt mit Touristen, im Winter ist man allein. Ich wurde mit 5 weiteren Mitschülern eingeschult. Nach der Orientierungsstufe wechselten ein paar meiner Mitschüler auf das Internat der Insel. Auch wenn ich es von den Leistungen her geschafft hätte, meine Eltern konnten es sich nicht leisten. So verblieb ich mit wenigen anderen auf der Insel-Hauptschule. Das führte dazu, dass wir nur noch 4 Schüler von der 7ten - 10ten Klasse waren.

Als Kind war ich ein Strich in der Landschaft - aber da meine Mutter aus dem Süddeutschen Raum kommt, war ich das einzige Kind mit dunklen Haaren.
So war ich von Anfang an das Alien unter den Insulanern.
Meine Mutter hatte es auch nicht leicht. Sie hat sich ihren Süddeutschen Akzent abgewöhnt und sogar Plattdeutsch gelernt. Dennoch wurde sie auch nach 20 Jahre auf der Insel nicht 100% akzeptiert.

Als Kind ging es mir noch einigermaßen gut, ich hatte zwar wenig Freunde, war aber ständig unterwegs. Die Probleme fingen mit der Pubertät an. Meine paar Freunde wechselten aufs Internat und ab da merkte man, dass sie sich als Elite fühlten. Der Kontakt brach mehr und mehr ab. Da man auf der Insel auch sehr isoliert ist, denn man kann nicht einfach ans Festland fahren und dort andere Menschen treffen, wurde ich immer einsamer.

Ich fing an Unmengen an Süßzeug zu kaufen und zu essen. Natürlich nahm ich mit Anbeging meiner Pupertät immer mehr zu. Und so fingen die Hänseleien an.
Meine Ehemaligen Freunde fingen an mich endgültig zu meiden. Besonders die Jungs fingen an mich zu verfolgen, zu schlagen, mich zu beleidigen.
Sie nannten mich dritte Sorte, lachten mich aus, bewarfen mich mit Steinen.
Das führte dazu, dass ich nur noch zur Schule das Haus verließ.
Es ist auch wirklich schwer sich auf einer Insel zu verstecken, deren Dorf gerade mal ein paar km lang ist.

Selbst die Lehrer hatten irgendwann Mitleid, der wöchentliche Schwimmunterricht wurde wegen mir eingestellt.
Mein Klassenlehrer fragte mich, warum ich immer alleine auf dem Schulhof stehe.
Unter Tränen sagte ich ihm, es sei angenehmer so, denn so entgehe ich dem Spott.
In dieser Zeit habe ich häufig an Selbstmord gedacht - ich hatte niemanden - jeder lache mich aus, oder mied mich.